Taiwan-Konflikt: Chinesische Militärmanöver dringen in taiwanesisches Territorium ein

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Taiwan-KonfliktChinesische Militärmanöver dringen in taiwanesisches Territorium ein

Trotz deutlicher Warnungen seitens China ist die Präsidentin des US-amerikanischen Repräsentantenhauses nach Taiwan gereist. Für den chinesischen Präsidenten bedeute dies eine Niederlage. China reagiert mit Militärübungen.

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Chinesische Militärübungen in der Nähe Taiwans seien in das Hoheitsgebiet der Insel eingedrungen und kämen einer Blockade des See- und Luftraums der Insel gleich, so das Verteidigungsministerium Taiwans. (Archivaufnahme)

Chinesische Militärübungen in der Nähe Taiwans seien in das Hoheitsgebiet der Insel eingedrungen und kämen einer Blockade des See- und Luftraums der Insel gleich, so das Verteidigungsministerium Taiwans. (Archivaufnahme)

AFP
Nancy Pelosi ist trotz Warnungen Chinas nach Taiwan gereist.

Nancy Pelosi ist trotz Warnungen Chinas nach Taiwan gereist.

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Die Regierung in Peking, die Taiwan als abtrünnige Provinz ansieht, hat erbost auf den Besuch reagiert.

Die Regierung in Peking, die Taiwan als abtrünnige Provinz ansieht, hat erbost auf den Besuch reagiert.

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Der diplomatische Vertreter Taiwans in Deutschland, Jhy-Wey Shieh (67), erklärt gegenüber «Bild»: «Der Besuch von Nancy Pelosi ist eine Blamage für Chinas Präsident Xi Jinping. Mit der Militärübung will er sein Volk beschwichtigen und sein Gesicht wahren.» Nach Shiehs Einschätzung war der Konflikt mit China seit 1996 nicht mehr so heiß wie aktuell – damals schoss China Raketen in Richtung Taiwan.

Militärmanöver dringen in taiwanesische Hoheitsgewässer ein

«Einige der Gebiete von Chinas Übungen dringen in (Taiwans) Territorialgewässer ein», sagte ein Sprecher des taiwanesischen Verteidigungsministeriums am Mittwoch bei einer Pressekonferenz. «Das ist ein irrationaler Schritt, um die internationale Ordnung herauszufordern.»

Chinesische Militärübungen in der Nähe Taiwans seien in das Hoheitsgebiet der Insel eingedrungen und kämen einer Blockade des See- und Luftraums der Insel gleich, so das Verteidigungsministerium. Das taiwanesische Verteidigungsministerium erklärte, China habe gegen UN-Regeln verstoßen und werde sich gegen jedes Eindringen in sein Hoheitsgebiet wehren, wie Sky News berichtet.

Besorgnis auch in Japan

Chinas militärische Manöver lösen auch in Japan Besorgnis aus. Das Gebiet nahe Taiwan, in dem China ab Donnerstag Manöver plane, überschneide sich mit Japans exklusiver Wirtschaftszone, sagte Japans Regierungssprecher Hirokazu Matsuno am Mittwoch laut der Nachrichtenagentur Kyodo. Man habe Peking die Besorgnis übermittelt. Japan ist ein wichtiger Verbündeter der USA.

China hat als Reaktion auf den Besuch «gezielte militärischen Aktionen» angekündigt. Geplant ist eine Reihe von Militärmanövern in Gewässern rings um Taiwan. Dabei soll unter anderem scharfe Munition von großer Reichweite in der Taiwanstraße – der Meerenge zwischen Taiwan und Festland-China – abgefeuert werden.

Dass China nötigenfalls bereit ist, Taiwan gewaltsam mit dem Festland zu vereinigen, hat Xi Jinping in den letzten Jahren immer wieder betont. So wurde er letztes Jahr sehr deutlich: «Die historische Aufgabe der Wiedervereinigung des Mutterlandes muss erfüllt werden und wird unbedingt erfüllt werden.» Zudem betonte Xi, die Taiwan-Frage dürfe nicht von einer Generation an die nächste weitergegeben werden.

(L'essentiel/DPA/bre)

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