Coronavirus In Luxemburg – CHL-Intensivstation ist «am Anschlag»

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Coronavirus In LuxemburgCHL-Intensivstation ist «am Anschlag»

LUXEMBURG – Das Pflegepersonal der Intensivstation im CHL arbeitet derzeit an der Belastungsgrenze. Eine Entspannung der Lage ist derzeit nicht in Sicht.

Die Pflegekräfte im CHL haben derzeit mit Corona alle Hände voll zu tun.

Die Pflegekräfte im CHL haben derzeit mit Corona alle Hände voll zu tun.

Paul Foguenne

Zehn von elf Betten sind mit Covid-Patienten belegt, dazu kommen noch elf Patienten die aus anderen Gründen behandelt werden. Auf der Intensivstation des Centre hospitalier de Luxemburg (CHL) sind mehr als die sonst vorgesehenen 18 Betten belegt. Weitere Betten mussten aus benachbarten Abteilungen geholt werden. In der ersten Welle war dieser Schritt nicht notwendig gewesen.

«Wir versuchen, einen breiten chirurgischen Betrieb am Laufen zu halten», erklärt Martine Goergen, ärztliche Leiterin des CHL. Man wolle Schäden, die man ihm Frühjahr nach abgebrochenen Behandlungen beobachtet hatte, vermeiden. Durch die Einschränkungen habe es allerdings weniger Verkehrs- und Arbeitsunfälle gegeben. «Wir sind am Limit!», sagt Goergen. Wenn es noch schlimmer wird, müsse man überlegen, ob man Patienten verlegt, letzte Betten-Reserven mobilisiert oder sogar große Operationen absagt und dementsprechend auch manchmal eine Wahl trifft.

Feiertage beunruhigen Pflegekräfte

Das Krankenhaus bietet den Pflegekräften Zugang zu psychologischer Beratung, Wellness-Cafés, Entspannungsübungen und Hypnosetherapien an. Diese Maßnahmen haben sich laut CHL bewährt. Die bevorstehenden Feiertage sieht man im Krankenhaus dennoch mit Sorge. «Unter den Pflegekräften herrscht eine große Solidarität und die Klinikleitung steht hinter uns», berichtet Patrick Feltgen, Pflegedienstleiter auf der Intensivstation des CHL. Die Gesundheitsreserve helfe zusätzlich, aber der Alltag sei hart. «Ich bin seit 1996 im CHL, ich habe die Leichenhalle noch nie so voll gesehen.», erklärt der Pflegedienstleiter.

Und einige Leute sind nicht glücklich mit dem makabren Medien-Countdown. «Die Pflegekräfte sehen Familien, die einen geliebten Menschen nicht wie in ‹normalen› Zeiten begleiten können, auch wenn Ausnahmen von Besuchen möglich sind. Auch für die Pflegenden ist ein Todesfall ein Trauerfall. Sie auf Zahlen zu reduzieren...!» Die Meldung über eine Party mit 100 Gästen in Rodingen habe man in der Klinik schockiert zur Kenntnis genommen. Das sei «für einige hier wie ein Schlag ins Gesicht. Es kommt nicht auf die Maßnahmen an, sondern darauf, wie die Öffentlichkeit diese einhält».

(Nicolas Martin/L'essentiel)

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