Innere Sicherheit: Jährlich gelten etwa 500 Luxemburger als vermisst

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Innere SicherheitJährlich gelten etwa 500 Luxemburger als vermisst

LUXEMBURG – Auf Anfrage des Parlaments hat die luxemburgische Regierung die Zahlen Vermisstenfälle im Großherzogtum von volljährigen und minderjährigen Personen in den letzten zehn Jahren veröffentlicht.

Kinder und Jugendliche verschwinden manchmal in Folge von Konflikten im familiären Umfeld.

Kinder und Jugendliche verschwinden manchmal in Folge von Konflikten im familiären Umfeld.

Julien garroy/Editpress

Im Durchschnitt verschwanden in den vergangenen zehn Jahren in Luxemburg und Diekirch circa 500 Personen jährlich. «Es ist darauf hinzuweisen, dass nicht alle Vermisstenanzeigen veröffentlicht werden», betonen Justizministerin Sam Tanson (Déi Gréng), sowie der Minister für innere Sicherheit Henri Kox (Déi Gréng).

«Die Entscheidung, eine Vermisstenanzeige öffentlich zu machen oder nicht, wird von Fall zu Fall von Polizei und Staatsanwaltschaft getroffen». Wie aus der unteren Grafik zu entnehmen ist, ist die Zahl der Vermisstenfälle in zehn Jahren gestiegen, sei es für Luxemburg oder Diekirch.

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Justizministerium

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Doch wie viele der Vermissten werden wiedergefunden? «Aus verschiedenen Gründen ist es nicht möglich, konkrete Zahlen zu nennen», so Sam Tanson und Henri Kox. «Entweder taucht manch eine verschwundene Person schnell wieder auf und die Familie, die die Vermisstenanzeige gestellt hat, informiert die Polizei nicht. Oder die von der Polizei zur Verfügung gestellte Datenbasis erlaubt nicht, eine direkte statistische Verbindung zwischen den Vermisstenanzeigen und der Rückkehr einer als vermisst gemeldeten Person herzustellen. Des Weiteren erkennt die Software der Justizbehörden das Wiederauftauchen nicht immer, da polizeiliche Protokolle, die das Wiederauftauchen der Person bestätigen, zum Teil anderen Protokollen beigefügt werden», so die Minister.

Doch was sind die Gründe für ein plötzliches Verschwinden? «Im Falle Minderjähriger handelt es sich häufig um Ausreißer, die nach 24 bis 48 Stunden wieder nach Hause zurückkehren», erklären Sam Tanson und Henri Kox. «Sie verschwinden aufgrund familiärer Konflikte». Bei Erwachsenen können die Gründe sehr vielfältig sein. «Manche Menschen wollen Abstand zu ihrem Umfeld und ihrer Familie, andere haben eine Bekanntschaft gemacht, die sie noch nicht offiziell vorstellen wollen», so die beiden Minister. «Außerdem gibt es den Fall, dass ältere Menschen ihre Wohnung schlicht nicht mehr finden».

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Als letztes Mittel der Polizei bei der Suche nach Vermissten gilt die Suche nach Zeugen. In dem Zusammenhang erklärt die Polizei, dass die sozialen Medien (Facebook und Twitter) «die effektivsten Werkzeuge» sind. Alleine auf der Facebook-Seite der Ordnungskräfte erhalten «circa 25.000 Personen durchschnittlich» einen Zeugenaufruf.

Als letztes Mittel der Polizei bei der Suche nach Vermissten gilt die Suche nach Zeugen. In dem Zusammenhang erklärt die Polizei, dass die sozialen Medien (Facebook und Twitter) «die effektivsten Werkzeuge» sind. Alleine auf der Facebook-Seite der Ordnungskräfte erhalten «circa 25.000 Personen durchschnittlich» einen Zeugenaufruf.

(ol )

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