US-Vorwahlen – Clinton und Trump festigen ihre Favoritenrolle
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US-VorwahlenClinton und Trump festigen ihre Favoritenrolle

Der Republikaner Ted Cruz und der Demokrat Bernie Sanders können im Nominierungswahlkampf etwas Boden gutmachen.

Wurde seiner Favoritenrolle gerecht: Republikaner Donald Trump. (5. März 2016)

Wurde seiner Favoritenrolle gerecht: Republikaner Donald Trump. (5. März 2016)

AP Photo/Brynn Anderson

Im Kampf um die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner zog Donald Trumps ärgster Rivale Ted Cruz bei den Abstimmungen in Kansas und Maine am Samstag klar am umstrittenen Milliardär vorbei. Trump setzte sich dagegen in Louisiana und in Kentucky durch und fuhr damit seine Vorwahlsiege elf und zwölf ein. Bei den Demokraten konnte Bernie Sanders punkten: Der Senator siegte in Nebraska und Kansas. Favoritin Hillary Clinton eroberte Louisiana. Sie hat nun elf Siege errungen.

Bei den Republikanern verlief der Abend vor allem erneut für Marco Rubio enttäuschend, der in keinem Staat gewinnen konnte. Cruz sah sein starkes Abschneiden als Beweis, dass sich Konservative in den USA hinter seine Kandidatur stellten. Dies sei «ein Zeugnis für einen echten Umschwung in der Dynamik», erklärte er bei einer Kundgebung in Coeur d'Alene im Staat Idaho, wo am kommenden Dienstag abgestimmt wird.

Glückloser Rubio

Trump beschwor bereits ein Duell zwischen sich und Cruz. «Ich würde es gern mit Ted aufnehmen, einer gegen einen», sagte der Geschäftsmann in seinem luxuriösen Golfclub in West Palm Beach in Florida vor Reportern. Es sei daher «wahrscheinlich an der Zeit», dass sich Rubio aus dem Rennen der Republikaner verabschiede. Dieser hat bislang nur einen Vorwahlsieg auf dem Konto, will aber weiterkämpfen. Sein Augenmerk gelte nun dem US-Außengebiet Puerto Rico, wo am (heutigen) Sonntag gewählt werden sollte, sagte Rubio.

Den bisher glücklosen Senator von Florida sah das Establishment der Republikaner eigentlich zuletzt als mögliche moderate Alternative zu Trump, dem viele Parteigranden die Eignung fürs höchste Staatsamt der USA absprechen. Daher tobt in weiten Teilen der Partei eine lebhafte Debatte darüber, wie der Seiteneinsteiger von der Nominierung zum Präsidentschaftskandidaten ferngehalten werden könnte. Im Gespräch ist etwa eine Kampfabstimmung auf dem Parteikonvent im Sommer, wenn keiner der Kandidaten im Vorfeld genügend Delegierte erobern kann.

Derzeit hat Trump mindestens 375 Delegierte hinter sich, Cruz 291, Rubio 123 und Ohios Gouverneur John Kasich 33. Bei den Vorwahlen am Samstag wurde 155 Delegiertenstimmen verteilt. Für die Nominierung sind bei den Republikanern 1237 Wahlmänner und Wahlfrauen nötig.

Optimistischer Sanders

Bei den Demokraten hat Ex-Außenministerin Clinton nach ihrem jüngsten Erfolg 1117 Delegierte auf ihrer Seite, Sanders 477. Erforderlich sind bei ihnen 2383, um nominiert zu werden.

Sanders geht trotz seines großen Rückstands bei den Delegierten mit breiter Brust in die nächsten Abstimmungen. Seine Siege in Kansas und Nebraska zeugten von der Stärke seiner Kampagne, sagte der Senator von Vermont. Jetzt gehe es um «einige sehr große Staaten, die jetzt anstehen» – etwa New York, Kalifornien, Oregon und der Staat Washington –, wo er sich Siegeschancen ausrechne.

Clinton richtete den Blick indes auf Michigan, wo die Demokraten am Dienstag abstimmen. «Und das kann ich sagen: Wir werden für jede Stimme kämpfen», erklärte sie am Abend bei einer Dinnerparty in Detroit.

(L'essentiel/ofi/sda)

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