Schnelltest versagt – Cops halten Katzenstreu für Crystal Meth

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Schnelltest versagtCops halten Katzenstreu für Crystal Meth

Ein Texaner verbrachte drei Tage im Gefängnis und verlor danach seinen Job. Alles nur, weil die Polizei Katzenstreu für Drogen hielt.

Ross LeBeau (24) aus Harris County im US-Bundesstaat Texas saß drei Tage unschuldig im Knast – weil die Polizei 200 Gramm Katzenstreu, die der Mann in seinem Auto gehabt hatte, mit Crystal Meth verwechselte.

LeBeau wurde bei einer Verkehrskontrolle Anfang Dezember angehalten. Die Cops kontrollierten sein Fahrzeug und fanden eine Socke mit einer feinkörnigen Substanz gefüllt. Als sie den Fahrer fragten, was das sei, sagte er, er wisse es nicht. Daraufhin führten die Beamten zwei Drogen-Schnelltests durch – und die zeigten: Bei der mysteriösen Substanz handelt es sich um Crystal Meth.

Katzenstreu hilft gegen beschlagene Scheiben

Der 24-Jährige wurde daraufhin in Untersuchungshaft gesteckt. Erst als ein dritter Drogentest in einem Labor durchgeführt wurde, kam die Wahrheit ans Licht: Die Socke war nicht mit Methamphetamin, sondern mit Katzenstreu gefüllt gewesen.

Wie LeBeau dem Sender ABC 13 sagte, habe sein Vater ihm eine mit mineralischem Klumpstreu gefüllte Socke gegeben und ihn geraten, die stets im Auto zu haben. Das sollte verhindern, dass sich die Fensterscheiben im Winter beschlagen.

Tests kosten zwei Dollar

Vor wenigen Tagen wurde der Fall endgültig geschlossen. Doch obwohl das Missverständnis geklärt wurde, trägt LeBeau jetzt die Folgen. Er verlor seine Stelle, nachdem sein Mugshot in den Nachrichten veröffentlicht wurde. In den ersten Berichten hieß es sogar, der Polizei sei «der Coup des Jahres gelungen». Mit der Festnahme des vermeintlichen Drogendealers seien «unsere Kinder und geliebte Menschen vor den Drogen bewahrt worden», meldete die Polizei.

LeBeau fordert darum eine Entschuldigung der Behörden. Er will seinen guten Ruf wiederhergestellt wissen. Sein Ärger richtet sich in erster Linie nicht gegen die Beamten, die ihn verhafteten, sondern eher gegen die billigen Schnelltests, die die Polizei einsetzt – und die in vielen Fällen ein falsch-positives Resultat anzeigen.

Sein Anwalt George Reul will erreichen, dass die Behörden die Testmethode neu bewerten. «Wegen diesen Zwei-Dollar-Tests wandern jedes Jahr Zehntausende Menschen fälschlicherweise in den Knast», sagt er zu «The Register».

Ross LeBeau erzählt dem Sender ABC, wie er wegen eines Fehlers zum «Drogendealer» wurde. (Quelle: Facebook/ross.lebeau.5)

(L'essentiel/kle)

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