Luxemburg – Corona-Beihilfen wirken sich auf Insolvenzen aus
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LuxemburgCorona-Beihilfen wirken sich auf Insolvenzen aus

LUXEMBURG – 1199 Unternehmenspleiten hat das Großherzogtum im vergangenen Jahr verzeichnet. Genauso viele wie noch im Jahr zuvor.

Die Zahl der Insolvenzen wird stark von den Corona-Beihilfen beeinflusst.

Die Zahl der Insolvenzen wird stark von den Corona-Beihilfen beeinflusst.

Editpress/Julien Garroy

«Die Beihilfen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie verzögern weiterhin die Entwicklung der Insolvenzen». Dies stellte Creditreform Luxemburg als Anbieter von Wirtschaftsinformationen, Marketingdaten und Lösungen für das Forderungsmanagement am Dienstag in einer Pressemitteilung fest. Im Jahr 2021 kam es in Luxemburg demnach zu 1199 Insolvenzen, exakt so viele wie noch im Jahr zuvor. 2019 waren 1263 Insolvenzen gezählt worden, also etwa fünf Prozent mehr.

Quelle: Creditreform

Die Entwicklung seit 2016:

Quelle: Creditreform

«2021 gingen mehrere namhafte Unternehmen in Konkurs, was zu erheblichen Arbeitsplatzverlusten führte», erläutert Creditreform im Detail. Bei der Firma Socoma Construction Luxembourg Sàrl in Bridel seien etwa 40 Arbeitsplätze betroffen gewesen, bei Bigor in Lenningen 33 Arbeitsplätze und in Windhof, bei der Firma eProseed Europe SA 51 Arbeitsplätze. Anfang Dezember meldete demnach auch die Firma Bartz Construction in Schüttringen Konkurs an.

Konkret betraf es im vergangenen Jahr vor allem Unternehmen, die schon länger als fünf Jahre existieren (79,15 Prozent). Ein Trend, der sich nach 2019 (75,85 Prozent) und 2020 (81,32 Prozent) nun fortsetzt.

Quelle: Creditreform

Besonders betroffen ist demnach der Dienstleistungssektor mit 836 Fällen im Jahr 2021 (882 im Jahr 2020). In der Gastronomie-Branche gehen die Insolvenzen auf 116 zurück (128 im Jahr 2020 und 171 im Jahr 2019). Mit 244 Unternehmensinsolvenzen gegenüber 214 im Vorjahr steigen auch die Insolvenzen im Handelssektor um 14,02 Prozent und erreichen fast das Vorkrisenniveau (253 im Jahr 2019).

Quelle: Creditreform

Noch größer sind die Unternehmenspleiten im Bausektor. Sie stiegen deutlich um 21,74 Prozent von 92 auf 112 Unternehmen, liegen aber noch unter der Zahl von 253 Insolvenzen im Jahr 2019. «Dabei handelt es sich überwiegend um kleine Unternehmen», so Creditreform.

Für 2022 stellt Creditreform Luxemburg fest, dass die Entwicklung der Insolvenzen vom Ende der Corona-Beihilfen abhängen werde. «Materialknappheit wird in einigen Branchen ausschlaggebend sein», fügt das Unternehmen hinzu. Aufgrund des starken Dienstleistungssektors in Luxemburg dürften die Steigerungen jedoch geringer ausfallen als in den Nachbarländern, bemerkt Herbert Eberhard, geschäftsführender Direktor von Creditreform Luxemburg.

(ol/L'essentiel)

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