Luxemburg – Corona-Bußgelder kosten bald bis zu 500 Euro

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LuxemburgCorona-Bußgelder kosten bald bis zu 500 Euro

LUXEMBURG – Gesundheitsministerin Paulette Lenert hat am Montagabend im Anschluss an den Gesundheitsausschuss der Chamber über die aktuelle Corona-Lage informiert.

Etwas später als geplant hat Gesundheitsministerin Paulette Lenert (LSAP) die Pressekonferenz am Montagabend eröffnet, bei der sie die letzten Wochen und die Regierungsentscheidungen zur Corona-Krise nochmal Revue passieren ließ. «Es ist mir wichtig, dass alles nachvollziehbar ist», so Lenert.

Sie nutzte die Gelegenheit, um den starken Anstieg der Neuinfektionen noch einmal nachzuzeichnen und verwies unter anderem auf die Vorhersage der «Corona Task Force» Mitte Oktober, dass Luxemburg im Dezember bis zu 370 Neuinfektionen pro Tag haben könnte. Ein Wert, der am vergangenen Samstag mit der Rekordzahl von 862 Neuinfektionen deutlich überschritten wurde. Innerhalb von einer Woche habe sich das Blatt dramatisch gewendet und die Regierung «musste schnell reagieren». Als besonders einschneidend nannte Lenert den 22. Oktober, als die Regierung Analysen der Kläranlagen erhielt, die auf eine deutlich erhöhte Verbreitung des Virus im Land hinwiesen. Mittlerweile sei das Großherzogtum an einem Punkt, wo man die Hälfte der täglichen Neuinfektionen nicht mehr genau zuordnen könne.

« Was wir nicht wollen ist ein kompletter Lockdown »

Aufgrund der neuen Erkenntnisse sei klar gewesen, dass man nicht mehr länger mit neuen Maßnahmen warten könne. Einen kompletten Lockdown wolle die Regierung um jeden Preis verhindern, so Lenert. Mit den nach der Regierungsrat-Sitzung am Freitag beschlossenen Maßnahmen wollte man einen Zwischenweg finden, der immer noch eine gewisse Normalität ermöglicht.

Ob Verschärfung der Maskenpflicht ab einer Zusammenkunft von vier Personen oder der nächtlichen Ausgangssperre: Hauptziel der neuen Maßnahmen sei es, «die Zahl der Interaktionen zu senken». Um dies sicherzustelle, kündigte Lenert einen verschärften Bußgeldkatalog an. Wer sich nicht an die neuen Regeln hält, muss mit höheren Bußgeldern rechnen. Verstöße von Privatpersonen werden in Zukunft mit mindestens 100 statt wie bisher 25 Euro geahndet. Die Geldstrafe können je nach Schwere bis auf 500 Euro ansteigen. Auch die Gastronomie müsse sich auf hohe Bußgelder einstellen, wenn die Sperrstunde um 23 Uhr missachtet wird.

Bis die neuen Maßnahmen von der Chamber abgesegnet werden, dürften laut Lenert voraussichtlich noch «zwei bis drei Tage vergehen».

(dm/L'essentiel)

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