Luxemburg – Corona hat Auswirkungen auf Krebsbehandlungen

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LuxemburgCorona hat Auswirkungen auf Krebsbehandlungen

LUXEMBURG – In den ersten Monaten der Corona-Pandemie haben sich weniger Krebspatienten behandeln lassen. Die Krankenhauskapazitäten waren allerdings nicht beeinträchtigt.

Die Krankenhäuser sind durchaus in der Lage die Behandlungen fortzusetzen.

Die Krankenhäuser sind durchaus in der Lage die Behandlungen fortzusetzen.

Die Luxemburger Ärzte- und Zahnärztekammer hat im Mai vor den indirekten Folgen der Coronavirus-Pandemie gewarnt. Es könne zu Verzögerungen von Diagnosen und Problemen bei der Nachsorge kommen.

Fast vier Monate später hat sich nun die Gesundheitsministerin in einer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der CSV-Abgeordneten Françoise Hetto-Gaasch über die Auswirkungen des Virus auf die Krebsbehandlung geäußert. Beruhigend sei auf jeden Fall, dass «chirurgische Eingriffe nicht betroffen waren», erklärt Paulette Lenert.

Chemotherapie-, Bestrahlungs- und Immuntherapie-Behandlungen sind ebenfalls fortgesetzt worden, allerdings sei die Kliniktätigkeit um 20 Prozent reduziert worden. Ein hoher Prozentsatz, wenn man bedenkt, dass Krebs nach wie vor eine der häufigsten Todesursachen in Luxemburg ist.

«Patienten haben den Beginn ihrer Behandlung herausgezögert»

Dafür werden zwei Gründe genannt: «Aus Angst vor dem Virus haben einige Patienten während der Epidemie den Beginn ihrer Behandlung herausgezögert», sagt Lenert. Auch die Kliniken mussten aus Sicherheitsgründen ihre Termine und Zeitfenster umorganisieren. Das Ziel war klar: Es sollten so wenige Patienten wie möglich aufeinander treffen.

Die LSAP-Ministerin versichert jedoch, dass die Krankenhäuser durchaus in der Lage seien, die Behandlung fortzusetzen. Es sei vor allem die Art der Beratung, die sich entwickelt habe: «In einigen Zentren lag der Anteil der Telekonsultation bei über 80 Prozent», sagt sie. Künftig will Luxemburg auf diesen Erfahrungswerten aufbauen, um Fernkonsultationen weiter auszubauen und die ambulante Versorgung zu fördern.

(th/L'essentiel)

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