Luxemburg: «Corona hat die Sicherheit am Arbeitsplatz gestärkt»
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Luxemburg «Corona hat die Sicherheit am Arbeitsplatz gestärkt»

LUXEMBURG – Das Gewerbe- und Grubenaufsichtsamt (ITM) hat am Montag ihren Bericht 2021 vorgelegt und kommt zu dem Schluss, dass die Pandemie zu einem Mentalitätswandel geführt hat.

von
Olivier Loyens
ITM-Direktor Marco Boly und Arbeitsminister Georges Engel bei der Pressekonferenz des Gewerbe- und Grubenaufsichtsamts.

ITM-Direktor Marco Boly und Arbeitsminister Georges Engel bei der Pressekonferenz des Gewerbe- und Grubenaufsichtsamts.

Olivier Loyens/L'essentiel

Es soll sie tatsächlich geben – die «gute Seite» des Coronavirus. Die Auswirkungen der Pandemie habe die Anwendung der Vorschriften zum Schutz der Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz im vergangenen Jahr verstärkt, wie das Gewerbe- und Grubenaufsichtsamt (ITM) bei der Vorstellung ihres Jahresberichts am Dienstagmorgen festgestellt hat.

Viele Unternehmen seien sich bewusst geworden, «dass sie Maßnahmen ergreifen können, die über die normale Prävention hinausgehen», erklärt ITM-Direktor Marco Boly. Zumal die Unternehmen mit den Auswirkungen der Corona-bedingten Abwesenheit ihrer Mitarbeiter konfrontiert wurden. «In Luxemburg gibt es 15.000 Unternehmen mit ein bis fünf Beschäftigten. Wenn zwei fehlen, verlieren sie 50 Prozent ihrer Arbeitskraft». Marco Boly ist der Ansicht, dass die Pandemie den Arbeitgebern bewusst gemacht habe, dass es sich lohnt, auf die Gesundheit und Sicherheit in ihren Unternehmen zu achten.

Mindestlohn oft missachtet

Insgesamt wurden 2021 rund 27.000 Arbeitsunfälle im Großherzogtum gezählt. Um diese Zahl weiter zu drücken, setzt das Gewerbe- und Grubenaufsichtsamt auf Prävention: «Alle Unfälle können vermieden werden», meint Boly. Dies gelinge durch einen Austausch zwischen Vorgesetzen und Arbeitnehmern. Die einen könnten Maßnahmen ergreifen, die anderen Forderungen stellen. «Das Unternehmen muss seinen Verpflichtungen nachkommen und die Arbeitnehmer müssen diese einhalten», sagt Boly.

Im vergangenen Jahr führte das Gewerbe- und Grubenaufsichtsamt 8511 Kontrollen durch (zusätzlich zu den 2874 Corona-Kontrollen). Der Handel und das Baugewerbe sind nach wie vor die am stärksten betroffenen Branchen. Die Mehrheit der Inspektionen (5509 Kontrollen) betraf demnach grenzüberschreitend entsandte und regelmäßig im Inland beschäftigte Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen. «Eine ganze Reihe von Unternehmen, die außerhalb des Großherzogtums ansässig sind, halten sich nicht an unsere Mindestlöhne», bedauert Boly, «sie machen sich strafbar, wenn sie ihre Arbeitnehmer nach den Regeln ihres Landes bezahlen».

Er erinnert jedoch daran, dass Unternehmen, die ein Bußgeld wegen Entsendung erhalten haben, eine Frist eingeräumt werde, um die Vorschriften umzusetzen. In diesem Falle würden sie von der Geldstrafe befreit.

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