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Neue StudieCoronavirus kommt womöglich nicht aus China

Wie eine neue Studie zeigt, könnte das Coronavirus recht autonom auf eine optimale Ausgangslage für die Verbreitung «gewartet» haben.

Zur Herkunft des Coronavirus gibt es neue Erkenntnisse. Möglicherweise hat sich das Virus unabhängig von Verbreitungsorten autonom entwickelt.

Zur Herkunft des Coronavirus gibt es neue Erkenntnisse. Möglicherweise hat sich das Virus unabhängig von Verbreitungsorten autonom entwickelt.

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Die Herkunft des Coronavirus soll laut den neuesten Erkenntnissen in der Forschung womöglich nicht in China liegen – nicht einmal auf dem asiatischen Kontinent. Das fanden Wissenschaftler der Oxford Universität nun heraus.

Dr. Tom Jefferson, der in Oxford und Newcastle lehrt, argumentiert, es gebe mehr und mehr Hinweise darauf, dass die Coronavirus-Herkunft nicht in Asien liege. So sei etwa das SARS-CoV-1-Virus «einfach verschwunden».

Die Wissenschaftler vertreten die These, dass das Virus möglicherweise schon länger im ruhenden Zustand existiert hatte und erst durch günstige Umwelteinflüsse aktiv wurde. Zu diesem Schluss kamen sie durch Fälle, die ohne Zusammenhang entstanden sind – so wie es einst bei der Spanischen Grippe geschah.

«Seltsame Dinge wie diese passierten bei der Spanischen Grippe»

«Wir müssen damit beginnen, die Ökologie des Virus zu erforschen und zu verstehen, wie es entsteht und mutiert», erklärt Jefferson im Interview mit The Telegraph. «Ich glaube, das Virus war bereits hier – hier, also überall. Vielleicht sehen wir ein ruhendes Virus, das durch Umweltbedingungen aktiviert wurde.»

Anfang Februar gab es so einen Fall auf den Falkland-Inseln. «Seltsame Dinge wie diese passierten bei der Spanischen Grippe. Im Jahr 1918 starben etwa 30 Prozent der Bevölkerung Westsamoas an der Spanischen Grippe, und sie hatten keinerlei Kommunikation mit der Außenwelt gehabt.»

Was die optimalen Bedingungen für die Verbreitung betrifft, gibt es eine auffällige Gemeinsamkeit zwischen Fleisch und Fäkalien. «Es gibt eine hohe Konzentration, wo das Abwasser vier Grad hat, was die ideale Temperatur ist, bei der es stabil bleibt und vermutlich aktiviert wird. Und Fleischverpackungsbetriebe haben oft vier Grad», erklärt Jefferson. «Diese Fleischverpackungs-Cluster und isolierten Ausbrüche passen nicht in die Atmungstheorie, sie passen zu Menschen, die sich ihre Hände nicht richtig gewaschen haben.»

(L'essentiel/ga)

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