Peking: Coronawelle in China – jetzt will das Land seine Senioren schneller impfen

Publiziert

PekingCoronawelle in China – jetzt will das Land seine Senioren schneller impfen

Die niedrige Impfrate wird häufig als Grund für die strenge Null-Covid-Politik in dem Land angeführt. Nun möchte China seine Seniorinnen und Senioren rascher schützen. 

1 / 8
Den zweiten Tag hintereinander hat die Zahl der Corona-Neuinfektionen in China eine neue Rekordmarke erreicht.  

Den zweiten Tag hintereinander hat die Zahl der Corona-Neuinfektionen in China eine neue Rekordmarke erreicht.  

REUTERS
Für Millionen Menschen wurde ein Lockdown angeordnet, der seit letzten Freitag gilt.

Für Millionen Menschen wurde ein Lockdown angeordnet, der seit letzten Freitag gilt.

REUTERS
 Am Dienstag wurden 38.421 Neuinfektionen registriert.

Am Dienstag wurden 38.421 Neuinfektionen registriert.

REUTERS

Nach Protesten gegen die strikte Null-Covid-Politik und angesichts steigender Infektionszahlen wollen die chinesischen Behörden die Impfung älterer Menschen gegen das Coronavirus vorantreiben. Die Nationale Gesundheitskommission (NHC) kündigte am Dienstag auf einer Pressekonferenz an, die Impfrate bei Menschen über 80 Jahren sowie bei Menschen zwischen 60 und 79 Jahren weiter zu erhöhen. Es werde eine Arbeitsgruppe eingerichtet, «um besondere Vorkehrungen für die Impfung älterer Menschen (...) zu treffen».

In China sind nur 65,8 Prozent der über 80-Jährigen vollständig gegen das Coronavirus geimpft, wie die Nationale Gesundheitskommission am Dienstag mitteilte. Außerdem sind in China noch keine mRNA-Impfstoffe zugelassen. 

Die niedrige Impfrate wird häufig als Grund für die strenge Null-Covid-Politik in dem Land angeführt, bei der bereits geringe Infektionszahlen zu Ausgangssperren und Massentests führen. Die Infektionszahlen sind jüngst wieder rapide angestiegen – am Dienstag wurden 38.421 Neuinfektionen registriert. Zugleich wächst in der Bevölkerung die Wut über die strikte Null-Covid-Politik. Sie entlud sich in den vergangenen Tagen in landesweiten Protesten.

Einschränkungen für die Einwohner

In Millionenstädten wie Peking, dem schwer betroffenen südchinesischen Guangzhou oder in Chongqing gelten weitgehende Bewegungsbeschränkungen. In der Hauptstadt waren Restaurants, Geschäfte und Schulen geschlossen – nur Supermärkte und Märkte waren zum Einkauf von Lebensmitteln noch geöffnet. Angestellte müssen im Homeoffice arbeiten. Die 21 Millionen Pekinger wurden aufgefordert, ihre Wohnungen möglichst nicht zu verlassen.

Die Proteste gegen die strikten Corona-Regeln der Regierung in mehreren Landesteilen Chinas gehen weiter. Auslöser der Demonstrationen war ein Wohnungsbrand in der nordwestchinesischen Millionenstadt Urumqi vergangene Woche. Dabei wurden mindestens zehn Menschen getötet und neun weitere verletzt. Anwohnende kritisierten, dass verschlossene Wohnungstüren wegen der rigiden Corona-Maßnahmen den Kampf gegen das Feuer erschwert hätten.

(dpa/fos)

Deine Meinung

0 Kommentare