Corona in Luxemburg – Covid-Zentrum Kirchberg wird gut angenommen

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Corona in LuxemburgCovid-Zentrum Kirchberg wird gut angenommen

LUXEMBURG – Das neue Corona-Zentrum auf dem Kirchberg hat in der letzten Woche seine ersten Patienten behandelt. So arbeitet das neue Zentrum.

Mit dem Covid-Untersuchungszentrum (CCC) ist in Luxemburg eine weitere Anlaufstelle für Corona-Patienten in Betrieb gegangen. Das am Dienstag eröffnete Zentrum habe am ersten Tag bereits 75 Personen aufgesucht, erklärt Sébastien Français. Français ist im Krisenstab der verantwortliche Arzt für der Arbeitsgruppe Primärversorgung. Am Mittwoch seien weitere 77 Personen im Zentrum erschienen. In den ersten Tagen hätten die Patienten längere Wartezeiten erlebt, da sich die Abläufe noch einspielen müssten, erklärt der Experte.

Der CCC auf dem Kirchberg wurde im Gebäude der ehemaligen Nationalbibliothek eingerichtet. Für einen Besuch des Zentrums benötigen Patienten keine Überweisung und auch keine Verordnung. Das Angebot ist für Menschen gedacht, die Symptome von Covid-19 bei sich entdecken. Sie werden bei ihrer Ankunft durch medizinisches Personal in Empfang genommen und begutachtet. Falls eine Behandlung nötig ist, werden die Patienten zunächst eingehender untersucht, ehe ein Mediziner ein klassisches Arztgespräch mit den Betroffenen führe, erläutert Français den Ablauf im CCC. Dieser entscheidet dann, ob der Patient auf das Coronavirus getestet wird oder aber auf Grippe und andere Atemwegsinfektionen. Die Tests können dann vor Ort durchgeführt werden.

Abläufe optimieren

Die Patienten die unser Reporter vor Ort getroffen hat, schienen den Zweck des neuen Zentrums verstanden zu haben. Der 50-jährige Pierre sei mit Schmerzen, Fieber und Husten aufgewacht. Das Krankenhaus habe ihn dann zum CCC geschickt. Der 50-Jährige hofft auf einen Test, denn in den vollen Testzentren müsse man eine Woche auf einen Termin warten, erklärt er. Seine Begleitung Marie nickt zustimmend und hofft, dass beiden schnelle geholfen wird.

Das CCC ist so organisiert, dass die Abläufe möglichst optimal funktionieren. Ein langer Korridor mit Behandlungskabinen auf jeder Seite, versehen mit einem Zugang und einen Ausgang, sollen verhindern, dass die Patienten sich auf den Fluren begegnen. Das Zentrum sei weder ein Testzentrum noch eine Notaufnahme, erinnert Mediziner Français. Diesen Unterschied müsse er manchmal auch den Patienten erklären. Für Notfälle stehe eine spezielle Abteilung bereit, von dort könne man Patienten gegebenenfalls ins nahe gelegene Krankenhaus verlegen.

Kapazität lässt sich steigern

Für alle Mitarbeiter im CCC werde es morgens und abends ein Briefing geben, in dem die Kernbotschaften zur Sicherheit in Erinnerung gerufen werden sollen. So wolle man die Ansteckungen beim medizinischen Personal so gut wie möglich verhindern, denn man brauche diese Menschen dringend, erklärt Sébastien Français. Der Mediziner erinnert an die positive Bilanz der «Centre de soins avancés» (CSA), die man im Frühjahr errichtet hatte. Einige Erfahrungen aus diesen Zentren habe man auch bei der Errichtung der CCCs mit einfließen lassen. In keinem der CSAs habe es Ansteckungen beim Personal gegeben, erklärt Français nicht ohne Stolz.

Über die genaue Struktur der CCCs diskutiere man bereits seit Juli. Die Zentren sind mit 15 Fachleuten besetzt. Das Zentrum auf dem Kirchberg kann binnen 48 Stunden seine Kapazität erhöhen. Aktuell arbeiten zwei Krankenschwestern und zwei Ärzte dort. In der Spitze können bis zu vier Krankenschwestern und sechs Ärzte die Aufnahmefähigkeit des Zentrums deutlich verstärken. Ein zweites Zentrum nach diesem Modell in Esch/Alzette sei derzeit in Vorbereitung, erklärt der Mediziner des Krisenstabes.

(jg/L'essentiel)

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