Idomeni – «Crazy Holidays»-Busse bringen Flüchtlinge weg

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Idomeni«Crazy Holidays»-Busse bringen Flüchtlinge weg

Die griechischen Behörden haben mit der Räumung des wilden Lagers begonnen. Erste Busse mit Flüchtlingen haben das Gelände bereits verlassen.

Die griechischen Behörden haben heute Morgen mit der Räumung des wilden Lagers von Idomeni begonnen. Einheiten der Bereitschaftspolizei sperrten weiträumig das Lager ab. Ein Helikopter überflog die Region. Die Räumung verlaufe «ruhig und langsam», die Sicherheitskräfte müssten keine Gewalt anwenden, sagte ein Regierungssprecher.

Zwei Stunden nach dem Start hatten die ersten vier Busse das Gelände mit Flüchtlingen an Bord verlassen, wie ein AFP-Reporter beobachtete. Das wilde Lager ist zum traurigen Sinnbild der Flüchtlingskrise geworden, weil dort wegen der Schließung der Balkanroute ab Ende Februar zwischenzeitlich bis zu 12.000 Menschen festgesessen hatten.

Eine brasilianische Journalistin vor Ort hält auf Twitter die Ironie fest, dass einige Flüchtlinge mit Bussen der Firma «Crazy Holidays» abtransportiert werden.

– Carol Moreno (@anarina) 24. Mai 2016

Trotz der erbärmlichen Lage weigerten sich die meisten Flüchtlinge, sich in andere Lager im Landesinneren bringen zu lassen, weil sie noch auf eine Chance zur Weiterreise Richtung Nordwesteuropa hofften. Immer wieder kam es zu verzweifelten Versuchen, die Grenze zu überqueren. Bis zum Dienstag harrten noch etwa 8400 Menschen in Idomeni aus, darunter viele Frauen und Kinder.

Über 700 Beamte im Einsatz

An der Zwangsräumung waren laut Polizeiangaben mehr als 700 Beamte beteiligt. Innert zehn Tagen soll das Lager nun vollständig geräumt werden. Die Flüchtlinge sollen zunächst innerhalb Griechenlands verteilt werden, 6000 Aufnahmeplätze stehen für sie bereit. Die meisten Menschen sollen zunächst in neue Auffanglager bei Thessaloniki gebracht werden – etwa 80 Kilometer südlich von Idomeni. Schon am Sonntag und Montag hatten sich jeweils 400 Flüchtlinge bereit erklärt, dorthin gefahren zu werden.

Den Journalisten blieb der Zugang zum Lager verwehrt. Vor dem Gelände standen dutzende Polizeitransporter bereit. Auch ein Hubschrauber überflog das Areal.

In ganz Griechenland sind laut Regierung 54.000 Flüchtlinge gestrandet. Allerdings hat sich seit Inkrafttreten des EU-Türkei-Flüchtlingspaktes Anfang April die Lage leicht entspannt. Seitdem nimmt Ankara alle neu auf den griechischen Ägäis-Inseln ankommende Flüchtlinge zurück.

(L'essentiel/chk/sda)

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