Sparen trotz Gewinn – Credit Suisse baut 1500 Stellen ab

Publiziert

Sparen trotz GewinnCredit Suisse baut 1500 Stellen ab

Die Schweizer Großbank Credit Suisse überrascht mit einem hohen Gewinn. Trotzdem ist ein massiver Stellenabbau vor allem im Investmentbanking geplant.

Vom Stellenabbau sind vor allem Mitarbeiter im Investmentbanking betroffen.

Vom Stellenabbau sind vor allem Mitarbeiter im Investmentbanking betroffen.

AFP

Die Schweizer Großbank Credit Suisse (CS) hat die Turbulenzen an den Finanzmärkten im dritten Quartal voll zu spüren bekommen. Im Investmentbanking rutschte das Institut mit einem Vorsteuerverlust von 190 Millionen Franken tief in die roten Zahlen, wie es am Dienstag in Zürich mitteilte. Für das laufende Sparprogramm sollen weitere 1500 Stellen abgebaut werden. Bereits im Juli hatte die Großbank die Streichung von 2000 Stellen angekündigt.

Unter dem Strich wies die Bank zwar einen Gewinn von 683 Millionen Franken (562 Mio Euro) aus. Das waren 12 Prozent mehr als vor einem Jahr. Zu verdanken hat Credit Suisse dies aber einem Bilanzeffekt durch die Neubewertung der eigenen Schulden.

Stellenabbau vor allem im Investmentbanking

Der Stellenabbau trifft vor allem das Investmentbanking, das die Großbank derzeit neu ausrichtet. Vorstandschef Brady Dougan kündigte an, die Sparmaßnahmen verschärfen zu wollen. Der neuerliche Stellenabbau dürfte aber auch Mitarbeiter im Privatkundengeschäft treffen. Ziel sei es, in den kommenden zwei Jahren zwei Milliarden Franken einzusparen, sagte CS-Finanzchef David Mathers. Im Sommer hatte die Bank als Ziel noch 1,2 Milliarden Franken an Kostensenkungen angegeben.

Den Quartals-Vorsteuergewinn von 1,04 Milliarden Franken und den Reingewinn in der gesamten Gruppe verdankt die Bank der Vermögensverwaltung für Privatkunden und der Anlageverwaltung für institutionelle Kunden wie Versicherer, Pensionskassen und Fonds.

Management unzufrieden

Das Ergebnis stellt das Management nicht zufrieden, denn selbst in den profitablen Sparten lief das Geschäft weniger gut als in vergleichbaren Zeiträumen. «Hohe Unsicherheit, tiefe Kundenaktivitäten und die Schwankungen der Märkte prägten das dritte Quartal», sagte Finanzchef Mathers.

Vor allem sehr reiche Kunden aus den Schwellenländern tragen weiterhin ihre Vermögenswerte zur Credit Suisse. Im dritten Quartal flossen der CS insgesamt 7,4 Milliarden Franken an Neugeldern zu.

L'essentiel Online/dpa

Deine Meinung