Schwere Alkoholvergiftung: Danny kann nach Aufnahmeritual nicht mehr sehen, sprechen und gehen

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Schwere AlkoholvergiftungDanny kann nach Aufnahmeritual nicht mehr sehen, sprechen und gehen

Danny Santulli ist seit der Aufnahmezeremonie in einer Studentenverbindung an der Uni Missouri blind, kann nicht gehen und nicht sprechen. Seine Eltern ziehen nun gegen Mitstudenten ihres Sohnes vor Gericht.

von
Karin Leuthold
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Danny Santulli ist nach einem Aufnahmeritual an der Uni Missouri erblindet. Der Teenager hatte eine schwere Alkoholvergiftung erlitten.

Danny Santulli ist nach einem Aufnahmeritual an der Uni Missouri erblindet. Der Teenager hatte eine schwere Alkoholvergiftung erlitten.

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Danny wollte Mitglied der Studentenverbindung Phi Gamma Delta werden.

Danny wollte Mitglied der Studentenverbindung Phi Gamma Delta werden.

Missouri.edu
Während des Aufnahmerituals wurde Danny gezwungen, eine ganze Flasche Wodka zu trinken.

Während des Aufnahmerituals wurde Danny gezwungen, eine ganze Flasche Wodka zu trinken.

Instagram/phigamhq

Die Eltern von Danny Santulli gehen gegen Mitstudenten ihres Sohnes vor Gericht. Der 19 Jahre alte Danny erlitt im Oktober eine Alkoholvergiftung während einer Aufnahmezeremonie auf dem Campus der Universität von Missouri. Der Hirnschaden ist so massiv, dass Danny bis heute nicht gehen, sprechen oder sehen kann.

Seine Eltern hatten Klage gegen 22 Mitglieder der Studentenverbindung Phi Gamma Delta eingereicht. Am Montag stellten sie einen erneuten Gerichtsantrag, um die Studenten Samuel Gandhi und Alex Wetzler mit anzuklagen. Wetzler soll Danny einen Trichter in den Mund gesteckt und ihn gezwungen haben, eine ganze Flasche Wodka zu trinken. Ihm droht ein Urteil wegen der Abgabe von Alkohol an Minderjährige.

«Niemand rief den Notruf»

In der Anklageschrift heißt es, dass Samuel Gandhi kurz nach Mitternacht jenes Abends im Oktober das Zimmer betrat und bemerkte, dass Danny sich nicht mehr bewegte. «Um 00.28 Uhr rutschte Danny teilweise von der Couch und landete mit dem Gesicht auf dem Boden. Er hatte keine Kontrolle über seine Arme oder Beine. Er blieb dort liegen, bis jemand, der in den Raum ging, ihn wieder auf die Couch setzte. Seine Haut war blass und seine Lippen waren blau, doch niemand rief den Notruf». Der Klage zufolge hat Gandhi sich von Danny entfernt, als er erkannte, dass sich der Student in einem schlechten Gesundheitszustand befand.

Zu diesem Zeitpunkt war Danny nicht mehr ansprechbar. Als er später einen Herzstillstand erlitt, brachten ihn einige Mitglieder der Studentenverbindung zum Universitätskrankenhaus und ließen ihn vor dem Notfalleingang liegen. Die behandelnden Ärzte stellten fest, dass der Teenager einen Blutalkoholgehalt von 0,486 Prozent aufwies – mehr als das Sechsfache des erlaubten Alkoholwertes zum Autofahren in den USA.

Die Prognosen für Danny sind «düster»

«Dies ist der schlimmste Fall von Aufnahme-Zeremonien durch eine Studentenverbindung, den es in den USA je gab. Man kann nicht schlimmer verletzt sein», sagte der Anwalt der Familie Santulli, David Bianchi, zu Columbia Tribune. Die Verbindungs-Mitglieder hatten laut Anwalt das Haus mit «Kokain, Marihuana und Alkohol» gefüllt. Jedem der Anwärter hatten sie eine riesige Wodka-Flasche an die Hände geklebt. Wer aufhörte zu trinken, wurde als Feigling betitelt.

Danny Santulli verbrachte mehrere Monate in einer Reha-Klinik in Colorado, erst kürzlich holten ihn seine Eltern nach Hause in Eden Prarie, US-Staat Minnesota, um ihn selber zu pflegen. Seine Mutter hat dafür ihren gut bezahlten Job in einer Bank aufgegeben. «Es ist unwahrscheinlich, dass sich jemals etwas Wesentliches in Dannys Zustand ändern wird», meint Anwalt Bianchi. Die Prognose des Teenagers sei «düster».

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