Hitzewelle – Darum hilft ein kühles Bier jetzt nicht
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HitzewelleDarum hilft ein kühles Bier jetzt nicht

Ein eiskalter Drink und die Einkaufstasche erst mal stehen lassen? Was verlockend tönt, ist in dieser Hitze nicht die beste Idee.

Beer, blue sky

Beer, blue sky

Kazoka30

Um die heißen Sommertage genießen zu können, hilft es, ein paar Dinge zu beachten. Richtig trinken und essen spielt dabei eine große Rolle.

Fettreiche Speisen meiden

Hatten Sie auch schon eine schlaflose Nacht nach Bratwurst mit Pommes Frites? Die Verdauung von fettigem Essen fordert den Kreislauf in der Hitze zusätzlich. Ein deftiges Grill-Steak ist bei Hitze nicht die beste Wahl. Nehmen Sie stattdessen mehrere leichte Mahlzeiten zu sich: Ideal sind Lebensmittel mit hohem Wassergehalt. Joghurt, Gurken, Tomaten, Zucchetti oder Wassermelone ergänzen die Flüssigkeitszufuhr und haben eine kühlende Wirkung. Übrigens: Bei extremer Hitze lässt man lieber die Hände vom Grill, denn zu viel tierisches Eiweiß regt die Wärmeproduktion im Körper zusätzlich an. Wer trotzdem nicht auf Gegrilltes verzichten möchte, ist mit Hühnchen, Fisch oder fettarmen Grillkäse gut bedient.

Wasser, marsch!

Wer bei Hitze nicht schlapp machen will, muss den durch das Schwitzen bedingten Flüssigkeitsverlust gering halten. Speziell ältere Leute vergessen oft zu trinken, weil das natürliche Durstempfinden im Alter zurückgeht. Grundsätzlich wird eine tägliche Flüssigkeitsaufnahme von mindestens 1,5 Litern empfohlen, an heißen Sommertagen kann der Körper die drei- bis vierfache Menge benötigen. Wichtig ist aber auch, das Richtige zu trinken. Denn beim Schwitzen gehen große Mengen an Kochsalz, Magnesium und anderen Salzen verloren, die dem Körper wieder zugeführt werden müssen. Gut geeignet sind Mineralwasser oder verdünnte Fruchtsäfte.

Lieber lauwarm als eiskalt

Am besten sind übrigens zimmerwarme Durstlöscher. Eiskalte Getränke verengen die Blutgefäße und erhitzen den Körper nur zusätzlich. Denn er muss Energie abgeben, um das Getränk auf Körpertemperatur zu bringen und dann verdauen zu können. Problematisch ist auch Alkohol. Mit Bier und Wein erweitern sich die Blutgefäße – diesen Effekt hat auch Hitze auf den Körper. Die Folge: Der Blutdruck sinkt, man fühlt sich müde und schlapp. In schlimmeren Fällen bricht der Kreislauf zusammen und man kann bewusstlos werden. Außerdem entzieht Alkohol dem Organismus Wasser und Mineralstoffe – und verstärkt damit abermals eine Wirkung von großer Hitze und Schwitzen.

Salmonellen

Vorsicht gilt auch bei stehen gelassenen Einkäufen, daheim oder im Kofferraum: Bakterien lieben Hitze und hohe Luftfeuchtigkeit, weshalb im Sommer eine erhöhte Salmonellengefahr besteht. Versorgen Sie Lebensmittel, die Salmonellen enthalten können (rohe Eier, eihaltige Speisen, Fleisch und Wurstwaren) möglichst rasch im Kühlschrank, wo sie sich zumindest nicht verbreiten können. Ein anschließendes Erhitzen über 70 Grad für mindestens 10 Minuten tötet die Keime ab.

Kneipp'scher Espresso

Wer beim«Kneipp'schen Espresso» an Eiskaffee denkt, liegt falsch. Gemeint ist ein Armbad, das bei heißen Temperaturen und Kreislaufproblemen wahre Wunder wirken kann. Entwickelt wurde die Anwendung von Sebastian Kneipp, dem Begründer der Kneipp-Medizin. Halten Sie beide Arme bis über die Ellbogen 20 bis 30 Sekunden in ein Becken mit kaltem Wasser. Anschließend die Arme bewegen und an der Luft trocknen lassen – Erfrischung garantiert – ganz ohne Kaffee.

Was essen Sie bei Hitze? Verraten Sie es uns im Talkback.(L'essentiel/gss)

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