Unschuldig im Gefängnis – Darum kriegt Strickland keine Entschädigung

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Unschuldig im GefängnisDarum kriegt Strickland keine Entschädigung

Kevin Strickland saß fast 43 Jahre im Gefängnis, obwohl er unschuldig ist. Jetzt ist der 62-Jährige wieder frei, doch eine Entschädigung gibt es nicht. Warum?

Stell dir vor, du sitzt fast 43 Jahre lang unschuldig im Gefängnis, und wenn du endlich rauskommst, erhältst du keine Entschädigung. Das ist Kevin Strickland widerfahren, den ein Richter in den USA freigesprochen hat. Der 62-Jährige hatte 1979 wegen einer Gewalttat mit drei Toten eine lebenslange Haft ohne Bewährung kassiert. Beweise dafür, dass er tatsächlich am Tatort war, gibt es allerdings keine.

Der Alptraum geht weiter

Doch warum hat Strickland keinen Anspruch auf eine Entschädigung? Das wäre nur möglich, wenn das Gericht das ursprüngliche Urteil aufgrund eines DNA-Beweises aufgehoben hätte. Einen solchen gibt es allerdings nicht. Dass es so lange gedauert hat, Strickland aus dem Gefängnis zu bekommen, liegt ebenfalls an den gesetzlichen Regelungen im Bundesstaat Missouri – erst eine Gesetzesänderung in diesem Jahr erleichterte die Freilassung. Obwohl sogar die Staatsanwaltschaft eine Entlassung gefordert hatte.

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Nun läuft eine Kampagne, um Geld für Strickland zu sammeln. Organisiert hat diese Spendensammlung die Anwältin Tricia Rojo Bushnell. Sie sagt, dass Strickland jahrelang ohne Familie und Freunde habe sein müssen und einen «völligen Verlust der Freiheit» erlitten habe. Der Alptraum ende mit der Entlassung aus dem Gefängnis nicht. Strickland müsse nun den Weg zurück ins Leben finden. Ohne Geld, Wohnung, medizinische Versorgung – und mit Strafregistereinträgen, die wohl niemand löschen werde.

Über 300.000 Dollar Spenden

Auf Twitter schreibt Bushnell, dass «Kevins Fall» ein Beispiel dafür sei, wie sehr das System in den USA die Endgültigkeit einer Entscheidung über die Fairness stelle. Bis jetzt haben 4851 Personen an der Spendensammlung teilgenommen. Es kamen 323.887 US-Dollar zusammen. Das Ziel lag bei 150.000 Dollar.

«Zu sagen, dass wir äußerst erfreut und dankbar sind, wäre eine Untertreibung», zitiert «CNN» Jean Peters Baker, die Staatsanwältin von Jackson County. «Dies bringt Gerechtigkeit für einen Mann, der durch diese ungerechtfertigte Verurteilung so sehr gelitten hat – endlich!»

(L'essentiel/DPA/mur)

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