Neue Studie: Darum werden wir zickig, wenn wir hungrig sind

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Neue StudieDarum werden wir zickig, wenn wir hungrig sind

Forschende einer Österreicher Privatuniversität für Gesundheitswissenschaften haben bestätigt: Hunger kann zu schlechter Laune führen. Diese Tipps helfen, wenn du mal «hangry» bist.

von
Luise Faupel
Führt Hunger zu schlechter Laune? Forschende haben untersucht, ob es «hangry sein» wirklich gibt und nennen Tipps, was dagegen hilft.

Führt Hunger zu schlechter Laune? Forschende haben untersucht, ob es «hangry sein» wirklich gibt und nennen Tipps, was dagegen hilft.

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Schmollend stapfst du neben deiner Begleitung her, weil auch das zweite Restaurant keinen freien Platz hatte. Auf den Vorschlag, es an der nächsten Ecke zu probieren, reagierst du gereizt und grummelst rum – oder war das Grummeln gerade dein Magen? Klarer Fall: Du bist total hungrig und deshalb wütend. Das nennt man auch «hangry» (zusammengesetzt aus den englischen Begriffen hungry und angry).

Kaum hast du was gegessen, entspannst du dich. Du bist wieder der oder die Alte. Was war da los? Forschende der Privatuniversität für Gesundheitswissenschaften im österreichischen Krems haben die Antwort: Den Zusammenhang zwischen Hunger und schlechter Laune gibt es tatsächlich.

Wenn dieser Hund noch ein paar Minuten länger auf sein Essen warten muss, geht er in die Luft. Er ist extrem hangry. 

Wenn dieser Hund noch ein paar Minuten länger auf sein Essen warten muss, geht er in die Luft. Er ist extrem hangry.

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Wie äußert sich die Hunger-Laune?

Für die Studie der Universität in Krems wurden mehr als 60 Menschen aus Österreich und Deutschland 21 Tage lang und fünfmal am Tag per App nach ihrem Hungergefühl und Gefühlszustand befragt.

«Wir haben die App entwickelt, um unsere Forschungsfragen und die Teilnahme direkt in den Alltag der Menschen zu integrieren. Durch den längeren Zeitraum konnten wir Zusammenhänge identifizieren», so Universitätsprofessor Dr. Stefan Stieger, Leiter des Fachbereichs Psychologische Methodenlehre.

Betroffene Personen können sogar beleidigend und total ungerecht gegenüber ihren Mitmenschen sein. 

Betroffene Personen können sogar beleidigend und total ungerecht gegenüber ihren Mitmenschen sein.

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«Menschen erinnern sich selten am Ende des Tages an einzelne Aspekte ihres Hungergefühls und den etwaigen Emotionen dazu. Daher wurden kurz vor den Hauptmahlzeiten Fragebögen über die App ausgeschickt», sagt der Professor.

Die Ergebnisse zeigen, dass ein höheres Maß an selbst identifizierten Hungergefühlen mit einem höheren Maß an Ärger, Reizbarkeit und Unlust verbunden war. «Wir konnten also herausfinden, dass alltägliches Hungergefühl tatsächlich mit negativer Emotionalität verbunden sein kann», so Stieger.

Bist auch du manchmal bei Hunger schlecht drauf?

Die Ergebnisse blieben auch nach Berücksichtigung des Geschlechts, des Alters, des Body-Mass-Index und des Ernährungsverhaltens der Teilnehmer und Teilnehmerinnen signifikant.

«Man weiß aus vergangenen Studien, dass es auch einen Zusammenhang mit dem Blutzuckerspiegel gibt. Wenn der niedrig ist, dann fällt es Personen schwer, ihre Gefühle zu regulieren», so Professor Stefan Stieger.

Man wird regelrecht eingenommen: Selbstregulation? Fehlanzeige. Das kennt man beispielsweise auch von kleinen Kindern, die sehr direkt im Zeigen ihrer Gefühle sind. Personen können dann sogar auch mal beleidigend werden.

Tipps, die jetzt helfen

Bist du schlecht drauf, weil total hungrig, kann es laut Professor Stieger helfen, dass du dir dessen bewusst wirst. Denn dann kannst du rasch was dagegen tun. Beobachtest du dich selbst gut, kannst du dadurch die Wahrscheinlichkeit verringern, dass Hunger zu negativen Emotionen und Verhaltensweisen führt.

Ein Snack unterwegs beugt Ärger vor.

Ein Snack unterwegs beugt Ärger vor.

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Kommen Emotionen hoch, die du vom letzten Mal, als du wegen Hunger wütend wurdest, kennst? Versuche, sie zu stoppen. Hab zudem immer einen kleinen Snack dabei, etwa einen Müsliriegel, Nüsse oder eine Banane. Auch Traubenzucker hilft: Er gelangt schnell ins Blut und lässt den Blutzuckerspiegel steigen. 

Süßigkeiten und fettiges Essen halten dagegen bekanntlich nur kurz satt, deshalb sind sie nicht zu empfehlen, wenn du vorbeugen möchtest. Lang satt machende oder gar wach machende Lebensmittel geben dir da mehr. Das sind Gemüse, Obst oder Vollkornprodukte, die viele Ballaststoffe enthalten.

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