Luxemburg: Das «ArcelorMittal»-Stahlwerk in Rodingen feiert sein 150. Jubiläum

Publiziert

LuxemburgDas «ArcelorMittal»-Stahlwerk in Rodingen feiert sein 150. Jubiläum

RODINGEN – Der Rodinger Standort musste lange um seinen Erhalt kämpfen. Inzwischen ist er zu einem «Aushängeschild der luxemburgischen Industrie» geworden.

von
Mathieu Vacon
Großherzog Henri (2. von rechts) hat an den Feierlichkeiten zum 150-jährigen Bestehen des Standorts teilgenommen.

Großherzog Henri (2. von rechts) hat an den Feierlichkeiten zum 150-jährigen Bestehen des Standorts teilgenommen.

Editpress

Wenn im Stade Roland Garros, dem Schauplatz der French Open, das Dach ausgefahren wird, bewegt es sich auf in Rodingen hergestellten Schienen. Solche werden auch bald beim neuen Dach des Fußballstadions von Real Madrid zum Einsatz kommen. Und auch die luxemburgische Straßenbahn fährt auf Rodinger ArcelorMittal-Schienen. Der Standort, der schon einige bedeutende Aufträge umgesetzt hat, hat am Donnerstag sein 150-jähriges Bestehen gefeiert. Auch Großherzog Henri schaute zu diesem Anlass in Rodingen vorbei.

Neben den Aushängeschildern hat das Werk hat aber auch schwere Zeiten hinter sich. Vor zehn Jahren stand der Stahlriese kurz vor der Schließung. Gewerkschaften und Arbeitnehmer kämpften lange, um den Fortbestand zu sichern und es hat sich gelohnt. Die Gewerkschaft OGBL freute sich am Donnerstag, dass der Standort Rodingen «heute ein Aushängeschild der luxemburgischen Industrie und ein starkes Mitglied der ArcelorMittal-Gruppe geworden ist».

«Grüner» Stahl aus Elektroöfen

«Wir haben es wirklich in fünf, sechs Jahren geschafft, europaweit der zweitgrößte Lieferant von Rillenschienen zu werden», betont Henri Reding, CEO von ArcelorMittal Rodingen. «Deshalb konnten wir auch mehr in das Werk investieren». So gebe es inzwischen ein Lasermessgerät, mit dessen Hilfe man sehr viel Zeit sparen könne, wenn man die Profile von bestimmten Stahlerzeugnissen nochmal ändern will. Das Werk mit seinen 230 Beschäftigten, einschließlich der Zulieferer, hat sich auf kleine Fertigungslose spezialisiert, die dafür teurer verkauft werden.

Stolz ist man in Rodingen zudem auf die «grünen» Produkte. «Unser Stahl stammt aus unseren eigenen Elektroöfen. Der in Deutschland und Polen zum Beispiel wird in Hochöfen mit dreimal so viel Emission hergestellt», so Reding. Die eingesetzten Technologien ermöglichten dem luxemburgischen Werk, nachhaltig und unabhängig zu sein.

Deine Meinung

0 Kommentare