Tornado in Luxemburg – «Das Dach des Nachbarn liegt in meinem Garten»

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Tornado in Luxemburg«Das Dach des Nachbarn liegt in meinem Garten»

LUXEMBURG – Am Tag nach dem Tornado, der über Petingen und Niederkerschen hinwegfegte, sind die Einwohner immer noch unter Schock und haben einige Schäden zu beklagen.

In den betroffenen Ortschaften herrscht Katerstimmung und dennoch packen alle mit an. Eine Herkulesaufgabe liegt vor den Bürgern und den Helfern. Die Straßen sind übersät von Glasscherben, Ziegel und umgeknickten Bäumen. Feuerwehrkräfte und sogar die Armee eilten aus dem ganzen Land in den vom Unwetter gebeutelten Süden, um der Bevölkerung zu helfen. Blaulicht und Martinshorn waren am Abend allgegenwärtig.

«Häuser die nach Westen ausgerichtet waren, das waren die am stärksten betroffenen», so berichtet es Anwohner Paul.
Die Dächer hatten den Kräften des Sturmes nichts entgegenzusetzen, zurück blieben Bewohner, deren Häuser unbewohnbar sind. «Stell dir vor, dein Haus ist plötzlich ohne Dach. Dein Hab und Gut ist schutzlos der Natur ausgeliefert. Es ist fürchterlich.», schildert eine Betroffene ihre Gefühlslage, sie war besonders heftig von der Katastrophe betroffen.

Der Wirbelsturm riss alles mit

Die Anwohner und Geschäftsinhaber machen Fotos für die Versicherungen und erinnern sich an die Hölle, durch die sie im Augenblick des Tornados gingen. «Es wirkte wie die Apokalypse. Ich habe mich mit Kunden in meinem Laden eingesperrt und habe versucht sie zu beruhigen. Sie haben den Laden erst gegen 20 Uhr verlassen, so verängstigt waren sie.», sagt Djiga Rigatono die Inhaberin eines Schönheitssalons.

«Ich hatte nicht mal Zeit die Fenster zu schließen. Auf einmal lag das Dach meines Nachbarn in meinem Garten, es war so verrückt.», sagt sie. «Wir konnten den Wirbelsturm sehen, alles flog durch die Luft, Steine, Dachziegel und Gebäudeteile.», ergänzt Paul. Es waren zwei verheerende Minuten, die die Leben der Anwohner in Niederkerschen auf den Kopf stellten.

(Thomas Holzer/L'essentiel)

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