Die Alm – Das dämmlichere Dschungelcamp

Publiziert

Die AlmDas dämmlichere Dschungelcamp

Schlangen, Hühnerfüße, Schneckenschleim - willkommen im Dschungel ... äh ... auf der Alm. Für die Neuauflage der alpinen Doku-Soap hat ProSieben etwas gar plump bei RTL abgekupfert.

Kopieren geht über studieren – das sagten sich wohl die Macher der Neuauflage von «Die Alm» auf ProSieben. Seit vergangenem Wochenende leben für die Doku-Soap neun mehr oder weniger prominente Persönlichkeiten in einer idyllischen Berghütte mitten in den Südtiroler Alpen. Ihre Aufgabe: eklige Prüfungen bestehen, Rumzicken und für Quote sorgen.

Das mit den Prüfungen klappt ganz gut, die Zickereien auch, doch mit der Quote hapert es. Zwar hängen sich die einstigen Stars aus Showbusiness und Fernsehen ziemlich ins Zeug, doch der Sendung fehlt die Originalität. Wirklich bestechend ist einzig die dreiste Kopiererei: Wie «Die Alm» bei seinem grossen Bruder, dem RTL-Dschungelcamp alias («Ich bin ein Star, holt mich hier raus!») abkupfert, geht auf keine Kuhhaut.

«Muhproben» statt Dschungelprüfungen

Statt in einem Baumhaus sitzt das Moderatoren-Duo Janine Kunze und Daniel Aminati in einem Almhaus. Anstelle einer Hängebrücke gibt es auf der Alm einen kleinen Steg. Und statt den bekannten Dschungelprüfungen lässt ProSieben die Alpen-Neulinge zu «Muhproben» antreten.

Bei diesen wird besonders deutlich, wie sehr Prosieben RTLs Dschungelcamp nachäfft. Täglich muss einer der Kandidaten antreten, dann geht es entweder in die Scheune des Schreckens oder raus in die Wildnis. Als Erste musste sich Tessa Bergmeier der Muhprobe stellen. Das Model aus dem Nachlass von «Germany's Next Topmodel» hatte im Dunkeln Flusskrebse, eine Python, Echsen und Kakteen zu ertasten. Offenbar kriegte ProSieben es nicht auf die Reihe, in den Alpen beheimatete Arten aufzutreiben.

Schneckenschleim als alpine Delikatesse

Noch pikanter wurde es, als Thomas Karaoglan alias «Der Checker» zur zweiten «Muhprobe» antreten musste. Seine Aufgabe hatte den vielsagende Titel: das «Alm-Menü». Auf dem Speiseplan für den ehemaligen «DSDS»-Kandidaten standen zwar keine Känguru-Hoden oder ein Madencocktail, dafür Hühnerfüße, Blutnudeln, Rinderzunge und Schneckenschleim.

Ein Moderatoren-Duo für die Gülle

Diesen billigen Abklatsch toppt eigentlich nur noch das Moderatoren-Duo: Krampfhaft ironisch und so gar nicht lustig knallen sich Janine Kunze und Daniel Aminati die auf Kärtchen vorgeschriebenen Texte an den Kopf, die vermutlich aus dem Gülle-Trog des Dschungelcamps geklaut wurden. Und um der ganzen Abguckerei noch eins draufzusetzen, begrüßen die beiden ihre Zuschauer gern mit den Worten: «Bei ihnen zu Hause ist es viertel nach acht - und bei uns hier ist es viertel nach acht». Ein echter Schenkelklopfer!

L'essentiel Online/ Isabelle Riederer

Deine Meinung