Luxemburg – Das droht Nutzern eines gefälschten Impfnachweises

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LuxemburgDas droht Nutzern eines gefälschten Impfnachweises

LUXEMBURG – Manche Menschen benutzen den QR-Code eines Verwandten, um eine Bar zu betreten oder eine Veranstaltung zu besuchen. Andere fälschen sogar den Impfpass.

Wer für den Eintritt in Bars und Restaurants einen gefälschten Impfausweis vorzeigt, riskiert Geldstrafen in Höhe von 300 Euro.

Wer für den Eintritt in Bars und Restaurants einen gefälschten Impfausweis vorzeigt, riskiert Geldstrafen in Höhe von 300 Euro.

Pixabay (Symbollbild)

«Ich kann mir nicht vorstellen, jedes Mal für einen Test zu bezahlen, wenn ich unter Leute gehen will. Also ja, ich suche nach Alternativen», sagt Joao* im Gespräch mit L'essentiel. Seitdem der CovidCheck auf Bars und Restaurants ausgeweitet wurde, wird das System von immer mehr ungeimpften Personen umgangen, indem sie sich einen QR-Code einer anderen Person auf ihr Smartphone laden, meistens von einem Verwandten. Es ist jedoch schwierig, das Ausmaß dieser Entwicklung zu messen. «Ich habe mir den QR-Code meines Cousins geliehen. Das hat problemlos geklappt», so Joao weiter.

Inhaber von Restaurants und Bars kennen die meisten Kunden nicht persönlich. «Wir dürfen keine Identitätskontrollen durchführen», sagt François Koepp, Generalsekretär des Gastronomenverbandes Horesca. Aber was riskieren Menschen, die einen gefälschten Impfnachweis vorlegen? Die Antwort: Nicht viel. Die Staatsanwaltschaft erklärt, dass ein Restaurantbesitzer «das Recht hat, jemandem den Zutritt zu verweigern und die Polizei zu rufen, wenn er Zweifel an der Echtheit hat.»

Es muss also davon ausgegangen werden, dass die betreffende Person das Gelände nicht vor Eintreffen der Polizei verlässt. «Das ist jedoch ein eher unwahrscheinliches Szenario», so die Staatsanwaltschaft weiter. Außerdem räumt die Polizei ein, dass sie «keine systematischen Identitätskontrollen durchführt», um sich in erster Linie darauf zu konzentrieren, die ordnungsgemäße Anwendung des CovidCheck-Systems in den Betrieben zu überprüfen.

Geldstrafe und Gefängnis für «geliehenen» Nachweis

Sollten Personen, die einen falschen Impfnachweis nutzen jedoch erwischt werden, so droht ihnen eine Geldstrafe in Höhe von 300 Euro. Sollte darüber hinaus nachgewiesen werden, dass sie einen Nachweis einer anderen Person nutzen, kann dies eine Freiheitsstrafe zwischen acht Tagen und drei Monaten sowie eine Geldstrafe bis zu 3000 Euro nach sich ziehen.

In Europa kursieren QR-Codes für gültige Impfnachweise von Adolf Hiltler oder Mickey Mouse. Den QR-Code der Hitler-Impfung wurde unserer Redaktion zugeschickt. Wir haben ihn mit der CovidCheck-App eingescannt und danach sofort wieder gelöscht. Er ist gültig. Wie ist das möglich? «Das war eine Person aus Frankreich, die sich Zugang zur Stelle verschafft hatte, die für die Erstellung der Bescheinigungen zuständig ist. Sie konnte einen neuen QR-Code mit dem Namen seiner Wahl erstellen», erklärt Patrick Houtsch, Direktor des Zentrums für Informations- und Staatstechnologien (CTIE).

Fälscher werben auf Instagram

Einige Leute nutzen dies aus, um Unternehmen zu gründen, die sich an die nicht geimpften Menschen richten. Auf Instagram werden beispielsweise Lieferung und Versand eines Gesundheitspasses für Luxemburg angeboten. «Holen Sie sich Ihren Gesundheitspass, ohne sich impfen zu lassen», heißt es in der entsprechenden Werbeanzeige.

Auf Anfrage teilte das Gesundheitsministerium mit, dass es die Staatsanwaltschaft über die Existenz dieses gefälschten QR-Codes auf Adolf Hitler informiert habe. Die Justiz fügt hinzu, dass einer Person, die Bescheinigungen fälscht, bis zu drei Jahre Haft sowie eine Geldstrafe von bis zu 12.500 Euro drohen. Wer gefälschte Gesundheitsbescheinigungen bestellt und verwendet, muss mit einer Freiheitsstrafe von vier Monaten bis fünf Jahren und einer Geldstrafe von 251 Euro bis 30.000 Euro rechnen.

*Vorname wurde geändert

(Thomas Holzer et Olivier Loyens/L'essentiel)

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