Grenzgänger: Das Ende der grenzenlosen Telearbeit rückt näher

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GrenzgängerDas Ende der grenzenlosen Telearbeit rückt näher

LUXEMBURG – Die Vereinbarungen zwischen Luxemburg und den Nachbarländern zur Telearbeit werden nicht über den 30. Juni hinaus verlängert. Ab Juli wird das Homeoffice nur noch eingeschränkt möglich sein.

von
Joseph Gaulier

Silas Stein/dpa

Die unbegrenzte Telearbeit für Grenzpendler ist im Großherzogtum bald vorbei. Die bilateralen Steuerabkommen, die Luxemburg mit den Nachbarländern Deutschland, Frankreich und Belgien geschlossen hat, laufen noch bis zum 30. Juni und werden dann «auf Beschluss der zuständigen Behörden beendet», wie das Finanzministerium am Donnerstag gegenüber L'essentiel mitteilte. Ab 1. Juli werden Grenzpendler, die die gesetzlich zugelassenen Homeoffice-Tage überschreiten, erneut einer Doppelbesteuerung ausgesetzt und riskieren, Vorteile bei der Sozialversicherung zu verlieren.

Seit Beginn der Corona-Pandemie waren die Grenzwerte für die Telearbeit von Grenzgängern eingefroren worden, um die Kontakte und eine Verbreitung des Virus zu begrenzen. Die Behörden der drei Grenzländer sind nun der Ansicht, dass die Gesundheitslage diese Ausnahmeregelung nicht mehr rechtfertigt. Vor dem Hintergrund der hohen Kraftstoffpreise sowie der Einsparungen beim CO2- Ausstoß fordert beispielsweise die Deutsch-Luxemburgische Wirtschaftsinitiative (DLWI) eine Erhöhung der erlaubten Tage im Abkommen mit Deutschland.

Innerhalb von zwei Jahren ist die Telearbeit für viele Arbeitnehmer beinahe Alltag geworden. Die Schwellenwerte wurden kürzlich mit Belgien und Frankreich erhöht – wobei nunmehr 34 Tage Telearbeit pro Jahr toleriert werden. Was die deutschen Grenzgänger betrifft, so «pflegen die zuständigen Behörden beider Länder einen regelmäßigen Austausch, um angemessene Lösungen zu finden», so das Finanzministerium. Luxemburg befürworte eine Ausweitung, aber die Grenze für Telearbeit bleibt vorerst bei 19 Tagen pro Jahr.

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