Tyson Fury – Das «fette Schwein» provoziert Klitschko

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Tyson FuryDas «fette Schwein» provoziert Klitschko

Boxweltmeister Tyson Fury beschimpft Wladimir Klitschko am ersten Pressetermin zum Rückkampf vom 9. Juli. Für Aufsehen sorgt aber vor allem seine Fitness.

Er hat es sich auf dem Schwergewichts-Thron offensichtlich gut gehen lassen. Zweieinhalb Monate vor dem Rückkampf gegen Wladimir Klitschko präsentierte sich Boxweltmeister Tyson Fury am ersten Pressetermin nicht gerade von seiner Schokoladenseite. Nicht wegen seiner vulgären Tiraden gegen den Ukrainer, schließlich weiß man um Furys limitiertes Sprachrepertoire, sondern wegen seiner Physis.

Als der 27-jährige Brite auf dem Podium in der Manchester Arena, wo am 9. Juli das zweite Duell stattfindet, das T-Shirt abstreifte und seinen behaarten Oberkörper entblößte, wähnte man sich an einer Veranstaltung für Gewichtheber oder Kugelstoßer. Aber Boxer? Oder überhaupt: Spitzensportler? Fury schlug sich auf den schwabbeligen Bauch und kommentierte in Richtung Klitschko: «Ich bin fett wie ein Schwein, ich habe keine Lust auf Boxen, aber ich werde dich trotzdem schlagen.»

Klitschko bleibt gelassen

Der in 25 Kämpfen unbesiegte Champion machte keinen Hehl daraus, was er von seinem Beruf hält: «Ich hasse Boxen, aber einfacher als mit ein paar Schlägen kann man sein Geld nicht verdienen.» Dann knöpfte er sich den Herausforderer persönlich vor – Teil der Show – und höhnte: «Ich werde ihm zeigen, dass er ein Stück Scheiße ist.» Klitschko sei ein «psychisches Wrack», er habe sich schon «vor dem ersten Kampf in die Hose gemacht». Fury hatte die elfjährige Regentschaft des Superchampions im November in Düsseldorf mit einem überraschend klaren Punktsieg beendet und ihm die WM-Gürtel der Verbände WBO, IBF, WBA und IBO entrissen.

Der Beleidigte konterte die Anfeindungen mit einer Anspielung auf Furys sexistische und homophobe Äußerungen, die im Dezember für Empörung gesorgt hatten. Der 40-Jährige griff für einmal ebenfalls zu einem Kraftausdruck: «Wer Frauen in die Küche schickt und Homosexuelle mit Pädophilen gleichsetzt, dem kann ich nur sagen: Fuck off!»

Neue Rolle für Klitschko

Klitschko betonte, die seltene Niederlage habe ihm gut getan. «Mit der Zeit verteidigst du deinen Titel nur noch, aber du willst dein Gegenüber nicht mehr wirklich bezwingen. Das wird am 9. Juli anders sein», sagte er und versprach: «Ich werde mich großartig fühlen, wenn ich in den Ring komme. Der Status des Herausforderers ist etwas, das ich lange nicht hatte.»

Fury schert sich nicht um die Rollenverteilung, er ist sich ganz einfach sicher, dass Klitschko ihn nicht ausknocken wird. Denn: «Er ist kein Kämpfer, er ist ein künstlich erschaffener Boxer.» Fury hat zweifellos den Geist eines Fighters. Auf seinen Körper hingegen wartet noch viel Arbeit in den nächsten Wochen.

(L'essentiel/kai)

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