«This War of Mine» – Das Game, das einem den Spaß am Krieg verdirbt

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«This War of Mine»Das Game, das einem den Spaß am Krieg verdirbt

Im Krieg gewinnt niemand. Dies ist das traurige Fazit des neuen Antikriegsspiels «This War of Mine», in dem es um das nackte Überleben geht.

Ein Game ohne Levels oder Highscores: Im ersten Moment mag dies einigen eingefleischten Zockern ziemlich langweilig vorkommen. Genau auf dieses Konzept setzt aber das Antikriegsspiel «This War of Mine». Das von 11 Bit Studios vorgestellte Game solle «absolut keinen Spaß machen», sagte Entwickler Pawel Miechowski im Gespräch mit der US-Plattform Kotaku. Ziel ist nicht das Töten von Gegnern, sondern das eigene Überleben. «Nicht jeder im Krieg ist ein Soldat», hei?t es auf der Website des Entwicklerstudios.

Die drei Protagonisten des Games sind der ehemalige Koch Bruno, der Ex-Fu?ballspieler Pavel und die frühere Reporterin Katia. Im Spielverlauf geht es darum, Nahrung für das Trio zu beschaffen, Arzneimittel aufzutreiben sowie größere und kleinere Verletzungen zu behandeln. Außerdem muss die Unterkunft der Hauptcharaktere wohnlich gestaltet werden. Je nachdem, wie bequem die Charaktere geschlafen oder wie viel Nahrung sie zu sich genommen haben, verändert sich auch ihr Gemütszustand. Dem Spieler wird jeweils angezeigt, wie sich die Game-Figuren fühlen und mit welchen Problem sie zu kämpfen haben. Die Sorgen und Nöte von Bruno, Pavel und Katia reichen von Müdigkeit über Hunger bis hin zu Depressionen.

Andere Notleidende bestehlen?

Laut der Plattform Golem hält jeder neue Tag ein moralisches Dilemma bereit. Darf man einem alten Ehepaar die letzten Nahrungsvorräte klauen, damit das eigene Team endlich wieder etwas Essbares in den Magen bekommt? Hilft man einem Bettler oder bedeutet dieser nur eine zusätzliche Belastung für die Gruppe? Schaut man tatenlos zu, wie ein betrunkener Soldat eine Frau bedroht oder hilft man ihr – riskiert dabei aber den eignen Tod? Der Grundtenor von «This War of Mine» ist ähnlich wie derjenige von Remarques Werk «Zeit zu leben und Zeit zu sterben»: Im Krieg kann jeder zum Verbrecher werden.

Nach gut acht bis zwölf Stunden Spielzeit – was 25 bis 40 Tagen im Spiel entspricht –, ist der Krieg vorbei. Gewonnen hat dabei niemand.

Schnell rennen und Fallen ausweichen

Einen ähnlichen Ansatz hatte das im Sommer 2014 erschienene Spiel «Valiant Hearts» verfolgt: Die Protagonisten des Games sind vier Menschen und ein Hund, die den großen Krieg von 1914 bis 1918 überleben müssen. So gilt es beispielsweise, den Kampffliegern, Giftgasangriffen oder dem Maschinengewehrfeuer der Gegner zu entkommen. Um die eigene Haut zu retten, kann man die Feinde allerdings nicht selber attackieren, sondern muss schnell rennen und den Fallen ausweichen.

«This War of Mine» soll ab 14. November 2014 im Handel und auf Steam für PC und Mac erhältlich sein. Später sind auch Versionen für Tablets und Smartphones geplant.

(L'essentiel/sts)

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