Russlands neues Supermodel – Das Geheimnis der Vlada Roslyakova

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Russlands neues SupermodelDas Geheimnis der Vlada Roslyakova

Die französische «Vogue» zählt sie zu den 30 erfolgreichsten Models des Jahrzehnts. Keine beherrscht den Lean-Back-Walk besser als das Puppengesicht aus Sibirien.

Man nennt sie die Nummer 2 nach Vodianova. In Anlehnung an Natalia Vodianova, dem erfolgreichsten russischen Model. Doch Vlada Roslyakova ist auf der Überholspur. Geht es nach den internationalen Modelagentur-Chefs, wird sie bald auf dem Siegertreppchen des russischen Podests stehen. Goldene Zeiten sind angesagt: Ihrem kometenhaften Aufstieg steht nichts im Weg.

Die Unauffällige ohne Verehrer

Der steile Aufstieg war nicht vorgezeichnet. Vlada wurde 1987 in der sibirischen Stadt Omsk (Russland) als Elena Vladimirovna Roslyakova geboren. Zu Beginn ihrer Modelkarriere änderte sie ihren Vornamen in Vlada, um nicht mit dem sibirischen Model Elena Rosenkova verwechselt zu werden. Eine Freundin stellte Vlada einem Booker der Modelagentur Eskimo vor. Nach der Aufnahme von Test-Shoots bot ihr die Agentur einen Fulltime-Job als Model an. Vlada glaubte an einen Witz. «Weshalb ausgerechnet ich?», fragte sie sich. «In der Schule hatte ich keinen einzigen Verehrer. Die Jungs hatten nur Augen für andere Mädchen.»

Ihre ersten Erfahrungen als Model machte sie mit 16 in Omsk bei lokalen Designern. Knapp sechs Monate später saß sie im Flugzeug nach Tokio. Doch nach ihrem ersten Katalog-Shooting in der japanischen Hauptstadt hatte sie zwei Monate lang keinen einzigen Auftrag. Also flog sie nach Paris, wo sie vom japanischen Fashiondesigner Yohji Yamamoto für eine Prêt-à-porter-Show gebucht wurde.

100 Top-Fashionshows in einem Jahr

Von da an setzte Vladas Karriere zu einem Höhenflug ohne gleichen an. Nina Ricci sowie Dolce & Gabbana buchten die 1.78 m grosse Russin 2005 für ihre Werbekampagnen. Im gleichen Jahr posierte sie für ein Cover-Shoot für «Vogue Paris». Es folgten hochdotierte Werbeshootings für Hermès, Christian Lacroix, Max Mara und Etro. Vladas Puppengesicht war bald in allen Fashion-Metropolen der Welt zu sehen. Und vor allem auf allen wichtigsten Catwalks der Welt.

Von internationalen Topdesignern wurde sie im Jahr 2006 in Paris, Mailand und New York für über 100 Fashionshows gebucht, unter anderem von McQueen, Chanel, Dior, Armani, Gucci, Galliano, Dolce & Gabbana, Prada, Cavalli, Versace, Marc Jacobs, Chloé, Donna Karan, Ungaro, Pucci, Fendi, Gaultier, Burberry und Valentino. Sie lief für alle Topdesigner der Welt. 2008 und 2009 war sie die Muse von Christian Lacroix. Ihr kam die Ehre zu, bei den vier letzten Fashionshows des großen Couturiers als Finale das Brautkleid zu präsentieren. Seit 2010 ist sie auch das Werbegesicht von Swarovski.

Ihr halsbrecherischer Lean-Back-Walk ist Legende

Für die Fashionszene ist Vlada ein Supermodel. Doch was ist ihr Erfolgsgeheimnis? Ihr puppenhaftes Gesicht mit den weichen Zügen, dem blassen Teint und den großen blauen Augen verleihen ihr eine «Allure» vergangener Zeiten. Ihr Lean-Back-Walk ist schon Legende: Schreitet sie über den Catwalk, neigt sie ihren Oberkörper nach hinten - und zwar mehr als jedes andere Model, das gemäss «Lehrbuch» aufrecht geht und lediglich die Schultern nach hinten zieht. Die meisten Models würden bei der Lean-Back-Haltung das Gleichgewicht verlieren und nach hinten fallen. Vor allem auf High Heels und auf spiegelglatter Bühne. Nicht so Vlada. Bei Videoaufnahmen von der Seite sieht man diese einzigartige Körperhaltung deutlich. Unnachahmlich sophisticated! Wie Catwalk-Trainer Bruce Darnell immer predigte: «Auf dem Laufsteg muss man eine Diva sein.»

L'essentiel online/Yolanda Di Mambro

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