WM für Reiche – Das Geschäft mit den Luxus-WM-Gästen läuft

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WM für ReicheDas Geschäft mit den Luxus-WM-Gästen läuft

Die Fußball-WM soll ein Fest für die Fans werden – auch für die gutbetuchten. Das Geschäft mit VIP-Arrangements findet Anklang wie noch nie.

Viele Fußball-Fans werden die WM zuhause in der gemütlichen Stube verfolgen, davor vielleicht auf dem Balkon grillen. Andere werden in Public-Viewings oder Bars gemeinsam mit anderen Fans die Spiele schauen. Aber einige werden auch die Koffer packen, um die WM live in einem Stadion in Brasilien zu erleben.

Wie dann so ein Live-Erlebnis im Stadion aussieht, kann sich sehr stark unterscheiden. Der durchschnittliche Fan zieht das Trikot seines Landes an – schminkt sich womöglich noch – und sitzt mitten in der Menge. Es geht aber auch anders, ganz anders. Wenn man nämlich ein Angebot von «Match Hospitality» in Anspruch nimmt. Die Schweizer Firma hat das exklusive Recht, Hospitality-Programme für die WM anzubieten. Und was man sich da gönnen kann, ist nicht von schlechten Eltern – wenn man bereit ist, tief in die Taschen zu greifen.

Verkauf besser als bei den vergangenen Turnieren

Und das sind viele. Der Buchungsstand bei Match Hospitality ist sehr gut. Während das Hospitality-Programm bei der WM in Südafrika deutlich hinter den Erwartungen zurückblieb, waren für die WM in Brasilien bereits im vergangenen Jahr mehr Buchungen eingegangen als für die gesamte WM 2006 in Deutschland. Bei der WM in Südafrika habe man zum einen die Auswirkungen der Wirtschaftskrise der Jahre 2008/2009 gespürt, zum anderen sei auch die Skepsis gegenüber dem Austragungsort spürbar groß gewesen, erklärt Hospitality-Sprecher Andreas Herren.

Die meisten Abnehmer kommen aus Brasilien

Ganz anders nun in Brasilien: «Die Euphorie ist groß. Die Fußball-WM in Brasilien verspricht ein großartiges, buntes Fest zu werden», sagt Herren, «darauf freuen sich die Menschen und wollen live dabei sein». Die Kunden, die sich diese VIP-Luxus-Pakete leisten, kommen allerdings nicht in erster Linie aus Europa. Die Hauptabnehmer der Luxus-Angebote kommen aus Brasilien. Die Großkonzerne in Brasilien zum Beispiel würden diese Gelegenheit nutzen, um Mitarbeiter und Kunden ein außergewöhnliches Erlebnis zu bieten, meint Herren. Vom exklusivsten Produkt, der Aquarela-Serie, zu der 19 Spiele in einer Privatsuite mit Platz für 26 Personen gehören, seien alle 64 Pakete gebucht worden – bei einem Preis von rund 1,7 Millionen Euro pro Paket.

(L'essentiel/os)

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