Interview mit Nicolas Mackel – «Das Herz schlägt weiter»

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Interview mit Nicolas Mackel«Das Herz schlägt weiter»

LUXEMBURG – Nicolas Mackel ist CEO von Luxembourg for Finance und bewirbt den Finanzstandort auf der ganzen Welt. Für die Corona-Krise musste auch er seinen Workflow anpassen.

Nicolas Mackel glaubt, dass der Finanzplatz Luxemburg auch nach Corona weiterfunktionieren wird.

Nicolas Mackel glaubt, dass der Finanzplatz Luxemburg auch nach Corona weiterfunktionieren wird.

L'essentiel: Die Corona-Krise muss die Werbung für Luxemburg im Ausland stark gebremst haben?

Nicolas Mackel, CEO von Luxembourg for Finance: Vor März 2020 habe ich mehr als 100 Tage pro Jahr im Ausland verbracht, um Luxemburg an Finanzakteure zu «verkaufen», mich mit Journalisten auszutauschen, Networking zu betreiben. Seit Beginn der Krise ist es deutlich schwieriger, neue Kontakte zu knüpfen. Aber in der Zukunft werden wir die Vorteile der Digitalisierung beibehalten. Wir werden die «Roadshows» im Ausland fortsetzen, allerdings ohne große Seminare: Die Übermittlung von Informationen über Luxemburg wird digital erfolgen, da wir so ein quantitativ und qualitativ besseres Publikum erreichen können.

Die Welt denkt seit Beginn der Krise wieder lokaler. Welche Auswirkungen wird dies auf unseren Finanzplatz haben, der weitgehend nach außen gerichtet ist?

Als Mensch sind wir fast gezwungen, lokal zu schauen, aber im Geschäftsleben und besonders im Finanzwesen gibt es das Lokale nicht. Die Branche bleibt per Definition international. Es gab eine Menge Artikel über das Ende der Globalisierung. Aber die Ströme bleiben international und Luxemburgs Rolle bleibt es, Investitionen aus der ganzen Welt einzusammeln, die zurückfließen, um Projekte in der ganzen Welt zu finanzieren. Diese wirtschaftliche Realität setzt sich fort.

Hat der Finanzplatz Luxemburg seine Anpassungsfähigkeit bewiesen?

Im vergangenen März hat in weniger als einer Woche fast die gesamte Belegschaft von zu Hause aus gearbeitet - mit nur geringen Unterschieden. Das ist eine große Chance, sie erlaubt es uns, das grundlegende Element der luxemburgischen Wirtschaft weiter zu betreiben. Wenn wir heute all die Hilfen bezahlen können, die der Staat auszahlt, dann deshalb, weil die Lunge der Wirtschaft weiter funktioniert, das Herz weiter schlägt. Aber diese Krise wird nicht ohne Folgen bleiben, es wird Auswirkungen geben, mit einer zeitlichen Verzögerung.

(mv/L'essentiel)

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