Nasser al-Wuhaischi – Das ist Al-Kaidas neuer Boss

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Nasser al-WuhaischiDas ist Al-Kaidas neuer Boss

Er war schon in jungen Jahren ein enger Vertrauter von Osama bin Laden: Nasser al-Wuhaischi ist seit vier Jahren Chef von Al-Kaida auf der Arabischen Halbinsel.

Aus Furcht vor seinen Anschlägen haben die USA Botschaften in 25 Ländern geschlossen und ihre Bürger aufgerufen, den Jemen so schnell wie möglich zu verlassen. Dass seine Drohungen keine heiße Luft sind, bewies der Versuch seiner Gruppe, Weihnachten 2009 eine US-Maschine in die Luft zu sprengen.

Al-Kaidas neuer Chef heißt Nasser al-Wuhaischi. Der schlanke Jemenit wird auf 35 Jahre geschätzt. Schon mit etwa zwanzig schloss sich al-Wuhaischi dem Terrornetzwerk Al-Kaida an, durchlief Ende der 1990er Jahre dessen Trainingslager Al-Faruk in Afghanistan. Dort habe er sich um die Finanzen und das Gasthaus von Al-Kaida-Chef bin Laden gekümmert, schreibt der Terrorismusexperte Seth G. Jones in seinem Buch «Hunting in the Shadows» («Jagd im Schatten»).

Nach den Angriffen der US-geführten Allianz in Afghanistan floh al-Wuhaischi 2002 in den Iran, wurde dort gefasst und an den Jemen ausgeliefert. Dort sass er ohne Anklage im Gefängnis - bis zur spektakulären Flucht im Februar 2006: Durch einen 44 Meter langen Tunnel krabbelten al-Wuhaischi und 22 weitere Häftlinge aus ihrer Zelle in eine nahe gelegene Moschee und entkamen.

Mit al-Wuhaischi wurde Al-Kaida im Jemen groß

Der Ausbruch war eine große Blamage für die jemenitischen Behörden und nach vielen Rückschlägen ein großer Triumph für Al-Kaida. Ein Jahr später übernahm al-Wuhaischi die Führung der Organisation im Jemen.

In der bergigen Stammesregion wuchs die Gruppe trotz der Verfolgung durch die jemenitischen Sicherheitskräfte und trotz massiver US-Drohnenangriffe. Sie zog auch Extremisten von Al-Kaida in Saudi-Arabien an, und al-Wuhaischi baute das Netz 2009 zu Al-Kaida auf der Arabischen Halbinsel aus.

Ein Ex-Guantanamo-Häftling als Stellvertreter

Sein Stellvertreter wird der Saudi-Araber Said al-Schehri, Ex-Häftling des US-Gefangenenlagers Guantánamo auf Kuba. Er wurde nach Angaben der Organisation im Juli bei einem US-Drohnenangriff getötet.

Als bin Laden 2010 in Pakistan von einem US-Spezialkommando getötet wurde, warnte al-Wuhaischi, die Terrorbedrohung sei damit nicht vorbei. «Was kommt ist größer und schlimmer. Was euch erwartet ist intensiver und schmerzhafter.» Ein Jahr später versprach al-Wuhaischi Bin-Laden-Nachfolger Aiman al-Sawahiri seine Gefolgschaft.

(L'essentiel Online/sda)

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