Sieben Tote in Bulgarien – Das ist der Attentäter von Burgas

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Sieben Tote in BulgarienDas ist der Attentäter von Burgas

Die bulgarische Regierung vermutet, dass ein Selbstmordattentäter den Sprengsatz in einem israelischen Touristenbus gezündet hat. Eine Überwachungskamera hat den Mann gefilmt.

Der Anschlag auf einen Bus mit israelischen Touristen am Flughafen der Schwarzmeerstadt Burgas ist nach Angaben der bulgarischen Regierung von einem Selbstmordattentäter verübt worden.

«Die Explosion wurde von einem Mann hervorgerufen, der bei dem Anschlag getötet wurde», sagte Innenminister Zwetan Zwetanow am Donnerstag. Der Mann habe einen gefälschten Führerschein aus dem US-Bundesstaat Michigan bei sich gehabt. Seine Identität sei noch nicht geklärt.

Zwetanow zufolge wurden bei dem Anschlag sieben Menschen getötet - fünf Israelis, ein Bulgare und der Selbstmordattentäter. 32 weitere Menschen seien verletzt worden.

Die Überwachungskamera des Flughafens filmte den mutmaßlichen Attentäter (Video: youtube.com)

Israel droht dem Iran mit Gegenschlag

Der Anschlag richtete sich gegen einen Bus, der israelische Touristen nach ihrer Ankunft auf dem Flughafen von Burgas in das Terminal bringen sollte. Sie waren kurz zuvor in einer Maschine mit 151 Menschen an Bord in Burgas gelandet.

Israels Verteidigungsminister Ehud Barak beschuldigte die radikal- islamische Hisbollah aus dem Libanon, mit iranischer Unterstützung den Anschlag verübt zu haben. Bereits unmittelbar nach der Tat hatte Ministerpräsident Benjamin Netanjahu dem «iranischen Terror» mit einem massiven Gegenschlag gedroht.

Scharfe Verurteilung

Internationale Staats- und Regierungsvertreter zeigten sich über den Bombenanschlag empört. US-Präsident Barack Obama sprach von einem «barbarischen Terroranschlag». Sein Sprecher Jay Carney sagte, die Vereinigten Staaten «verurteilen solche Angriffe auf unschuldige Menschen, insbesondere Kinder, auf das Schärfste». Der deutsche Außenminister Guido Westerwelle (FDP) forderte: «Die Täter müssen gefunden und für diese schreckliche Tat zur Rechenschaft gezogen werden.» Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton sprach den Angehörigen der Opfer ihr Beileid aus.

Ranghohe israelische Sicherheitsbeamte kamen noch am Abend zu Konsultationen zusammen. Aus Sicherheitskreisen hieß es, man sei über weitere Anschläge besorgt und prüfe die Sicherheitsvorkehrungen an möglichen israelischen Zielen, darunter Terminals an Flughäfen und diplomatische Einrichtungen.

Luftverkehr umgeleitet

Die späteren Opfer seien mit einem Flug aus Tel Aviv um 16.45 Uhr (Ortszeit) in Burgas gelandet, sagte der Sprecher des israelischen Außenministeriums, Jonathan Rosenzweig. Rund 40 Minuten später habe sich die Explosion ereignet. Zu dem Zeitpunkt hätten die Touristen offenbar gerade die Busse bestiegen, um zu ihren Hotels zu fahren. Der Flughafen von Burgas wurde nach dem Anschlag geschlossen und der Luftverkehr umgeleitet.

(L’essentiel Online / dapd)

Iran weist Schuld von sich

Iranische Medien haben Berichte über eine mutmaßliche Verwicklung Teherans in den Anschlag auf Israelis in Bulgarien zurückgewiesen. Entsprechende Äußerungen des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu seien «lächerlich», hieß es am Donnerstag in einem Kommentar auf der Website des iranischen Staatsfernsehens. Es handle sich dabei um einen Versuch, den Iran und seine Verbündeten, wie etwa Syrien, zu diskreditieren. Offizielle Vertreter der Regierung Teherans haben sich bisher nicht zu dem Anschlag geäußert.

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