KULTURHAUPTSTADT 2022 – «Das ist ein Glückstag für Esch»

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KULTURHAUPTSTADT 2022«Das ist ein Glückstag für Esch»

ESCH/ALZETTE – Nach der Bewerbung die Prüfung: Esch und die Südgemeinden nehmen die nächsten Hürden auf dem Weg zur Europäischen Kulturhauptstadt 2022 ins Visier.

2022 wäre das erste Mal, dass eine Luxemburger Gemeinde außerhalb von Luxemburg-Stadt europäische Kulturhauptstadt wird.

2022 wäre das erste Mal, dass eine Luxemburger Gemeinde außerhalb von Luxemburg-Stadt europäische Kulturhauptstadt wird.

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Der Stichtag für die Bewerbung als Kandidat zur Europäischen Kulturhauptstadt 2022 ist am Montag gefallen. Esch und die Südgemeinden haben ihre 80-seitige Bewerbung eingereicht. Und zwar am Freitag, den 13. Von Aberglaube keine Spur in der Minettstadt: «Das ist ein Glückstag, die Kandidatur ist unter Dach und Fach», erklärt Eschs Kulturkoordinator Ralph Waltmans auf Anfrage. Eine unabhängige Expertenkommission der EU fällt ihre Entscheidung im ersten Trimester 2017. Zuvor, im kommenden Herbst oder Winter, wird die Jury den Luxemburger Kandidaten besuchen.

Bis dahin hat man in Esch noch viel zu tun. Es gilt, die mündliche Präsentation der Kandidatur vorzubereiten. Zudem wolle man die Kandidatur auf Schwachstellen prüfen und sich entsprechende Argumente für das Vorsprechen vor der Jury überlegen. Am 14. Juni hat eine elfköpfige Gruppe aus Luxemburg dann 30 Minuten Zeit, um die Jury zu überzeugen und 45 Minuten, um auf Fragen Rede und Antwort stehen. Dafür wird jetzt ein Team aus zehn Vertretern und einem Techniker zusammengestellt. «Wir müssen unser Team gut mischen», erläutert Waltmans. Die endgültige Entscheidung über die Europäische Kulturhaupstadt fällt im kommenden Jahr, bis dahin bleibt Zeit, Empfehlungen der Jury umzusetzen.

«Keine direkte Konkurrenz»

Konkurrenz aus dem Großherzogtum droht Esch sowie den bisher neun Städten des Syndikat Pro-Sud und den acht Städten des französischen Gemeindeverbands Pays-Haut Val d'Alzette nicht. «Wir haben keine direkte Konkurrenz und daher größere Chancen», räumt Waltmans ein. Da aber theoretisch die Möglichkeit besteht, dass die Jury die Bewerbung ablehnt, wolle man nicht «mit Arroganz an den sicheren Sieg» glauben, so Eschs Kulturkoordinator. Auch wenn ein solches Nein eine Neuerung in dem 31 Jahre alten Verfahren wäre.

Die Stimmung unter den luxemburgischen und französischen Gemeinden beschreibt Waltmans als «sehr begeistert». im März waren wegen des «Vorpreschens von Esch» noch einige Misstöne zu hören gewesen: Kayl und Niederkerschen tragen die Kandidatur derzeit nach wie vor nicht mit, sondern wollen den weiteren Verlauf abwarten. Und Esch zeigt dafür weiter Verständnis. «Inzwischen haben alle verstanden, dass wegen des kurzen Zeitplans einfach einer vor die Karre springen musste», erklärt Waltmans. Und mit 100 Gesprächsrunden, da ist sich Eschs Kulturkoordinator sicher, hätte man den Stichtag an diesem 23. Mai nicht geschafft. Wird Esch ausgewählt, teilt man sich den Titel der Kulturhauptstadt Europas mit dem litauischen Kaunas.

(sop/L'essentiel)

Unterstützung der Vorgänger

Den «fruchtbaren Austausch» mit bisherigen Kulturhauptstädten wie Mons, Lille oder Sibiu bezeichnet Eschs Kulturkoordinator Ralph Waltmans als «sehr hilfreich» für die Vorbereitung.

Wochenlang habe man im Vorbereitungsteam auch die Kandidatur der niederländischen Stadt Leeuwarden (2018) studiert – das Dossier gelte als vorbildlich. sop

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