Rekombinanten - Das ist über die Corona-Mischvarianten XE, XF und XD bekannt

Publiziert

RekombinantenDas ist über die Corona-Mischvarianten XE, XF und XD bekannt

Im Netz häufen sich Meldungen über eine neue Mischmutante. Die WHO beobachtet sie, Experten sehen bisher aber keinen Grund, den Panikknopf zu drücken. 

1 / 8
In Großbritannien ist eine neue Covid-Variante entdeckt worden.  Das melden die UK Health Security Agency (UKHSA) und die Weltgesundheitsorganisation WHO. 

In Großbritannien ist eine neue Covid-Variante entdeckt worden.  Das melden die UK Health Security Agency (UKHSA) und die Weltgesundheitsorganisation WHO. 

Unsplash
XE ist eine Mischvariante der beiden Omikron-Typen BA.1 und BA.2.

XE ist eine Mischvariante der beiden Omikron-Typen BA.1 und BA.2.

Getty Images/iStockphoto
Laut ersten Schätzungen könnte sie rund zehn Prozent ansteckender sein. Allerdings habe XE bisher eine variable Wachstumsrate gezeigt, so Susan Hopkins, leitende medizinische Beraterin der UKHSA: «Wir können noch nicht bestätigen, ob sie einen echten Wachstumsvorteil hat.»

Laut ersten Schätzungen könnte sie rund zehn Prozent ansteckender sein. Allerdings habe XE bisher eine variable Wachstumsrate gezeigt, so Susan Hopkins, leitende medizinische Beraterin der UKHSA: «Wir können noch nicht bestätigen, ob sie einen echten Wachstumsvorteil hat.»

Unsplash

Kaum sind in Luxemburg die viele Maßnahmen gegen das Coronavirus gefallen, machen Meldungen von einer neuen Coronavirus-Mutante die Runde: XE, eine Mischvariante der beiden Omikron-Typen BA.1 und BA.2, wurde erstmals im Januar 2022 in Großbritannien nachgewiesen. Bislang wurden dort laut der UK Health Security Agency (UKHSA) über 600 Fälle von XE sequenziert. Auch aus Israel ist mindestens ein Fall bekannt.

«Laut ersten Schätzungen ist XE noch einmal rund zehn Prozent ansteckender als BA.2», so die Weltgesundheitsorganisation WHO in ihrem wöchentlichen epidemiologischen Covid-19-Situationsbericht vom 29. März 2022. Das müsse allerdings noch bestätigt werden.

Wie entstehen Mischvarianten?

Sogenannte Rekombinanten sind bei Coronaviren nichts Ungewöhnliches. Sie kommen vor allem dann vor, wenn mehrere Varianten zirkulieren. So wie es im Dezember 2021 und Januar 2022 gewesen ist, als Delta und Omikron vielerorts das Infektionsgeschehen dominierten. Mischmutanten entstehen, wenn eine Person mit unterschiedlichen Varianten infiziert ist. Dann kann es passieren, dass innerhalb einer Zelle sowohl Genome der einen als auch der anderen Variante vorliegen, der Kopierprozess von einem Genom zum nächsten wechselt und so Genombruchstücke von verschiedenen Varianten zu einer Rekombinante zusammenfügt.

«Noch nicht genügend Anhaltspunkte»

XE habe bisher eine variable Wachstumsrate gezeigt, erklärt Susan Hopkins, leitende medizinische Beraterin der UKHSA: «Wir können noch nicht bestätigen, ob sie einen echten Wachstumsvorteil hat.» Bisher gebe es noch nicht genügend Anhaltspunkte, um Rückschlüsse auf die Übertragbarkeit, den Schweregrad oder die Wirksamkeit des Impfstoffs zu ziehen. Auch aus Indien kommen beruhigende Worte. «Die neue Mutante XE ist Mitte Januar zum ersten Mal aufgetaucht, aber ich glaube, dass es keinen Grund gibt, den ‹Panikknopf› zu drücken», so Rakesh Mishra, Direktor des Tata Institute for Genetics and Society in Bangalore zur Nachrichtenagentur ANI.

Die WHO weist weiter darauf hin, dass XE so lange zur Omikron-Familie gezählt werde, «bis signifikante Unterschiede bei der Übertragung und den Krankheitsmerkmalen, einschließlich des Schweregrads, gemeldet werden». Die UN-Organisation will die Variante weiter beobachten, genauso wie die UKHSA.

Wenig Fälle, dann plötzlicher Stopp

Im Blick haben die Fachleute auch zwei weitere Corona-Varianten: XF und XD. Auch sie sind Rekombinanten, allerdings vereinen sie Delta und Omikron BA.1. Wie XE wurde auch XF in Großbritannien nachgewiesen. Bis Mitte Februar seien es 38 Fälle gewesen, seither habe es keinen einzigen mehr gegeben, so die UKHSA. «Hinweise auf eine Übertragung in der Bevölkerung des Vereinigten Königreichs gibt es nicht.» XD sei dagegen in Großbritannien bisher nicht identifiziert worden, «obwohl weltweit 49 Fälle bekannt sind, die meisten davon in Frankreich».

Auch bei XE und XD deutet laut den WHO-Covid-19-Berichten vom 22. und 29. März 2022 derzeit nichts darauf hin, dass diese rekombinanten Varianten mit einer höheren Übertragbarkeit oder schwereren Verläufen verbunden sind.

(L'essentiel/ Fee Anabelle Riebeling)

Deine Meinung

4 Kommentare