Wääh oder nicht wääh? – Das passiert mit Jeans, wenn Sie sie nie waschen

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Wääh oder nicht wääh?Das passiert mit Jeans, wenn Sie sie nie waschen

Hartgesottene Denim-Fans sind sich einig: Jeans zu waschen, ist eine Todsünde. Doch wie verträgt sich diese Haltung mit Aspekten von Gesundheit und Hygiene?

Jeans sind die widerstandsfähigsten Alltagskleider überhaupt. Sie verzeihen jede noch so grobe Behandlung. Nur etwas mögen sie gar nicht: Heißes Wasser und Waschmittel. Denn nichts bleicht die Jeans schneller aus. Außerdem macht das Waschen den Stoff dünn.

Auch für Chip Bergh, den CEO von Levi's, ist klar: Jeans haben in der Waschmaschine nichts verloren. Nicht nur bleibe die Jeans ungewaschen länger schön, mit dem gesparten Wasser tue man der Umwelt zudem etwas Gutes, sagte der Manager an einer Konferenz 2014.

Er fügte an, dass er gerade ein Paar Jeans trage, das er seit einem Jahr besitze und noch nie gewaschen habe. «Und ich habe noch keine Hautkrankheit bekommen», so Bergh. Und tatsächlich muss man sich keine Sorgen um seine Gesundheit machen, wenn man seine Jeans nicht wäscht.

Ungefährliche Hautmikroben

Laut Bernhard Redl von der Sektion für Molekularbiologie der Medizinischen Universität Innsbruck gibt es keinen Beweis, dass das Nichtwaschen eine Gefahr für die Gesundheit darstelle, wie er Businessinsider.com sagte.

Beim Tragen der Jeans werden Bakterien, Hautzellen und Schweiß übertragen. «Hautmikroben sind aber im Normalfall nicht gefährlich für uns selber», sagt Rachel McQueen von der kanadischen Universität Alberta. Vor einigen Jahren hatte sie mit einem Studenten ein Langzeitexperiment zum Thema durchgeführt.

15 Monate ungewaschen

Dabei trug der Student dasselbe Paar Jeans 15 Monate fast jeden Tag – und einen Monat lang sogar in der Nacht – ohne es ein einziges Mal zu waschen. Dann untersuchten die Wissenschaftler das Innere des Kleidungsstück auf Bakterien. Tatsächlich waren die Werte ziemlich normal.

Dann wuschen sie die Hose, der Student trug sie noch 13 Tage, dann wurden sie wieder untersucht. Die Bakterienwerte waren fast identisch. McQueen sagte 2011 der «National Post» zu den Resultaten: «Ich fand nur die normale Hautflora.»

Die Bakterienwerte waren im Schritt am höchsten, allerdings fand McQueen keine E.Coli- oder andere Fäkalbakterien. Sie rät allerdings, Unterwäsche zu tragen, wenn man seine Jeans nicht waschen will. Und schlägt vor, Jeans trotzdem einmal im Monat zu waschen.

Das Geruchsproblem

Mögen die Bakterienwerte auch absolut unbedenklich sein, irgendwann fängt eine Jeans an zu riechen. Denim-Puritaner wie Chip Bergh schwören darauf, die Jeans in diesem Fall etwa einmal im Monat tiefzugefrieren.

Davon hält Redl wenig. «Tiefgefrieren tötet die meisten Bakterien nicht ab, sondern versetzt sie in einen Ruhezustand.» Im Tiefkühler wachsen die Bakterien nicht weiter, doch sobald man die Jeans wieder anzieht, beginnen die Keime wieder zu gedeihen.

Sein Rat: «Die Jeans draußen an der Sonne zu lüften ist eine wirksamere Methode, schlechte Gerüchte und eine Menge der Bakterien loszuwerden.»

(L'essentiel/jcg)

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