Zuwanderung – Das Reich der Mitte erobert Luxemburg

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ZuwanderungDas Reich der Mitte erobert Luxemburg

LUXEMBURG – Innerhalb von sechs Jahren hat sich die Zahl der in Luxemburg lebenden chinesischen Staatsangehörigen verdoppelt. Jetzt wird chinesisch unterrichtet.

Im Athénée werden immer häufiger Chinesisch-Kurse angeboten.

Im Athénée werden immer häufiger Chinesisch-Kurse angeboten.

AFP

«Luxemburg ist sehr klein, aber Luxemburg ist in Europa sehr wichtig. Und China sieht Luxemburg als Tor zu ganz Europa», erklärt Ping Lan Yao, ein chinesischer Lehrer in Luxemburg. Seit Beginn des neuen Schuljahres wird in sechs Sekundarschulen im Land ein Mandarin-Kurs angeboten. «Latein ist zu langweilig und Englisch zu einfach», sagt Liam, ein 12-jähriger Luxemburger. Er gehört zu den 70 Studenten, die an einem dieser Kurse bei der Athénée de Luxembourg teilnehmen. Für seinen Freund Hugo ist «Chinesisch die Sprache der Zukunft, weil sie in der Finanz- und Politikwelt sehr wichtig ist».

Eine Studie des EY schätzt die chinesischen Investitionen in der Europäischen Union im Jahr 2016 auf 75 Milliarden Euro. «Das Interesse chinesischer Investoren am europäischen Markt ist eine Chance für Europa», sagt der luxemburgische Finanzminister Pierre Gramegna in einem Interview mit der AFP. Sieben chinesische Banken haben ihren europäischen Hauptsitz in Luxemburg gegründet, andere Giganten des Reiches der Mitte wie Huawei (Telekom) und FinTech-Unternehmen (z. B. Digital Payment) haben sich ebenfalls hier niedergelassen.

3200 chinesische Staatsbürger

Laut dem Institut national de statistiques hat sich die chinesische Gemeinschaft in den letzten sechs Jahren auf 3200 Personen in Luxemburg verdoppelt. Während die meisten Chinesen im Großherzogtum ursprünglich ein Restaurant eröffneten, haben andere heute weitaus mobilere Berufe im Finanz- oder Technologiebereich und wollen dort nur noch wenige Jahre bleiben.

Aus diesem Grund organisiert die Luxembourg-China Friendship Association für diese Schüler, die oft eine internationale Schule besuchen, Workshops zur chinesischen Kultur, um ihr Studium in ihrem nächsten Zielland fortzusetzen. Was die Familien anbelangt, die beschließen für längere Zeit hierzubleiben, organisiert die Chinesische Kirche des Großherzogtums am Samstagnachmittag für ihre Kinder Kalligraphie-Workshops.

(afp/L’essentiel)

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