Überraschungen und Dominatoren – Das sind die Tops und Flops der Topligen
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Überraschungen und DominatorenDas sind die Tops und Flops der Topligen

Wie sieht es aktuell in den Top-5-Ligen in Europa aus? Wir zeigen die besten Teams, aber auch die Flops.

In den meisten Top-5-Ligen Europas wurde bereits ein Drittel der Saison absolviert. Zeit für einen Blick auf die Tabellen. Welches Team hat überzeugt, welches Team versagt und welche Mannschaft ist bislang die Überraschung der Saison.

Die Überraschungen

Freiburg

Bis zum vergangenen Wochenende waren die Breisgauer das einzige ungeschlagene Team der Bundesliga. Dann kam der FC Bayern, doch der SC gab sich auch gegen den dominanten Rekordmeister nicht kampflos geschlagen und verlor nur knapp mit 2:1. Das Team von Christian Streich wird oftmals kleiner geredet als es eigentlich ist. Mittlerweile spielen acht A-Nationalspieler im Team. So kann es sich der Trainer erlauben, den Ermedin Demirovic mehrheitlich von der Bank zu bringen, obwohl er zu den wertvollsten Spielern im Kader gehört.

Real Sociedad

Ein Real steht an der Spitze der spanischen Liga, doch es ist nicht Real Madrid. Mit Real Sociedad steht ein Verein aus San Sebastián auf Platz eins. Mit dem spanischen Nationalspieler und Schweiz-Bezwinger Mikel Oyarzabal und dem schwedischen Stürmer-Star Alexander Isak haben die Spanier eine starke Offensive zu bieten. Im heimischen Stadion ist Sociedad noch ungeschlagen und auch auswärts lässt sich der Punkteschnitt sehen. In sieben Spielen gab es nur eine Pleite bei 15 Punkten.

Lens

1998 feierte Lens den Meistertitel in Frankreich. Von einem weiteren Triumph sind die Franzosen zwar noch weit entfernt, aber was sie in dieser Saison abliefern, lässt sich durchaus sehen. Hinter PSG liegt man auf dem zweiten Platz. Umso erstaunlicher ist die Leistung, wenn man bedenkt, woher Lens kommt. Erst vor der vergangenen Saison stieg man wieder in die höchste Spielklasse auf. Das Team lebt von einer ausgeglichenen Mannschaftsleistung. Kein Spieler erzielte mehr als vier Tore. Topscorer ist mit sieben Torbeteiligungen der Pole Przemyslaw Frankowski, der im Sommer aus der USA wechselte.

West Ham United

Bei Manchester United gescheitert, bei West Ham United der Heilsbringer. Seit Trainer David Moyes das Team aus London im Dezember 2019 übernahm, läuft es bei den Hammers. Er führte sein Team in die Europa League und derzeit steht die Mannschaft gar auf dem dritten Tabellenplatz. Am Wochenende gewann West Ham das Spitzenduell gegen Liverpool mit 3:2. Nach dem Spiel sagte Moyes: «Die Spieler sind im Moment hervorragend.»

Die Flops

Barcelona

Nun soll es also Xavi richten. Das Kapitel von Trainer Ronald Koeman wurde vorzeitig beendet. Kein Wunder, spielt Barcelona in dieser Saison weit hinter den eigenen Ansprüchen. Neben zwei Klatschen in der Champions League läuft es auch in der Liga nicht – trotz den Jungstars Gavi, Pedri und Fati. Nur auf Platz neun liegt das Team. Zuletzt verspielte man gar eine 3:0-Führung.

Juventus

Mit Cristiano Ronaldo verließ ein Torgarant die Bianconeri. Er konnte in seiner Zeit bei Juventus zwar nicht für den erhofften Sieg in der Champions League sorgen, steuerte aber in jeder Saison mindestens 20 Tore dazu. Noch fehlt ein Ersatz für CR7. Paulo Dybala, der beste Torschütze in dieser Saison, steht nach zwölf Spielen bei drei Toren. Nicht umsonst haben die Turiner bereits 14 Punkte Rückstand auf die Tabellenspitze und nur auf Platz acht.

Manchester United

Mit Cristiano Ronaldo und dem 90 Millionen Euro teuren Jordan Sancho stiegen die Erwartungen bei den Red Devils. Bislang konnte die Erwartungen nur CR7 selber erfüllen und nicht das Team. Zuletzt gab es eine schlechte Vorstellung gegen Manchester City und die Zweifel an Trainer Ole Gunnar Solskjaer werden immer größer. Trotzdem steht man in der Liga auf dem sechsten Platz und in der Champions League ist man mit dabei – dank Torgarant Cristiano Ronaldo.

Newcastle United

Man muss Newcastle zugutehalten, dass die Investoren-Gruppe aus Saudi Arabien erst vor kurzem eingestiegen ist und bislang noch keine Spieler verpflichten konnte. Die Erwartungen sind aber groß. Nun gilt es jedoch erstmals die Klasse zu halten. Mit fünf Punkte aus elf Spielen ist man hochgradig abstiegsgefährdet.

Frankfurt

Immerhin: Zuletzt gab es einen knappen Auswärtssieg in Fürth. Dieser war aber auch bitter nötig – ansonsten stünde das Team von Oliver Glasner weiter auf dem Relegationsplatz. Aktuell ist es der 14. Platz. In der vergangenen Saison kämpfte Eintracht noch bis kurz vor Schluss um einen Platz in der Champions League. Nun muss man sich nach hinten orientieren.

Lille

Überraschend wurde Lille in der vergangenen Saison Meister in Frankreich. Von diesem Titel ist aktuell wenig zu spüren. Bereits 17 Punkte hat Lille Rückstand auf Paris Saint-Germain. Immerhin: Es sind nur acht Punkte auf den zweiten Tabellenplatz. Platz zwölf ist aber schon enttäuschend.

Bordeaux

Die letzte Saison beendete Bordeaux auf dem zwölften Platz. Vladimir Petkovic sollte das Team weiterentwickeln und in eine große Zukunft führen. Dies ist ihm bislang noch nicht gelungen. Derzeit rangiert Bordeaux auf einem Abstiegsplatz.

Die Dominatoren

Bayern

Das Kryptonit der Bayern in dieser Saison heißt wohl Borussia Mönchengladbach. Zum Start in die Saison gab es für die Bayern nur ein Unentschieden, ehe im Pokal die 0:5-Klatsche folgte. Ansonsten spielen die Bayern ganz groß auf – angeführt von Weltfußballer Robert Lewandowski. Insgesamt 40 Tore nach elf Spielen stehen für den deutschen Rekordmeister zu Buche. Allerdings liegt man auch wegen einer Niederlage bei Frankfurt nur vier Punkte vor Borussia Dortmund auf dem zweiten Platz.

PSG

Die Franzosen sind das YB der Ligue 1. Schon zahlreiche Punkte haben die Superstars von PSG dank Toren in der Nachspielzeit gerettet. Nun zieht man einsam die Kreise an der Tabellenspitze trotz vielen Schlagzeilen neben dem Platz rund um Neymar, Icardi, Ramos und Co. Schon zehn Punkte liegt man vor Lens auf Platz zwei. Die Transfers der zahlreichen Superstars um Lionel Messi scheinen sich gelohnt zu haben, auch wenn der Argentinier noch keinen großen Einfluss aufs PSG-Spiel hatte.

Chelsea

Einem Champions-League-Sieger ist vieles zuzutrauen. In einer ausgeglichenen Premier-League-Saison stechen die Blues mit ihrer dominanten Defensive hervor. Nach elf Spieltagen stellt Chelsea die beste Defensive, aber auch die zweitbeste Offensive. 27 Tore hat man bereits erzielt, aber nur vier Gegentreffer kassiert. Passend dazu: Der beste Scorer von Chelsea ist ein Außenverteidiger. Reece James erzielte bereits vier Tore und bereitete drei Treffer vor.

Napoli

Mit einer unfassbar starken Defensive um Innenverteidiger Kalidou Koulibaly mischt Neapel die Serie A auf. In den vergangenen zwölf Spielen kassierte man nur vier Gegentreffer. In der Offensive sorgen Victor Osimhen und Lorenzo Insigne für den gewünschten Powerfußball. Schon an 14 der 24 geschossenen Treffer waren die beiden direkt beteiligt. Das Team aus Neapel ist eines von zwei Teams in den europäischen Top-Ligen, das noch ungeschlagen ist.

AC Milan

Das zweite ungeschlagene Team steht mit Neapel an der Spitze der Serie A: Auch die AC Milan mischt weiter vorne mit. Trotz des Ausfalls ihres starken Torhüters Mike Maignan. Der Sturm der Rossinori hat zahlreiche große Namen zu bieten. Neben Zlatan Ibrahimovic gibt es auch noch Weltmeister Oliver Giroud und den Vize-Weltmeister Ante Rebic. Trainer Stefano Pioli hat die Qual der Wahl in der Offensive.

(L'essentiel/Sven Forster)

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