Madrid: «Das sind nicht Affenpocken, sondern Tumore» – nun spricht der Mann von der U-Bahn

Publiziert

Madrid«Das sind nicht Affenpocken, sondern Tumore» – nun spricht der Mann von der U-Bahn

Ein Bild aus Madrid zeigte einen angeblich mit Affenpocken infizierten Mann in der U-Bahn. Der abgebildete Passagier lässt die Beschuldigungen gegen ihn nicht auf sich sitzen.

von
Karin Leuthold
1 / 6
Dieses Foto aus Madrid ging viral: Ein Mann mit angeblichen Affenpocken fährt U-Bahn. Wenige Tage später meldete sich der Passagier zu Wort und zeigt, wie seine Beine tatsächlich aussehen…

Dieses Foto aus Madrid ging viral: Ein Mann mit angeblichen Affenpocken fährt U-Bahn. Wenige Tage später meldete sich der Passagier zu Wort und zeigt, wie seine Beine tatsächlich aussehen…

Twitter/Arturo M Henriques B
M.A.R.M. gibt an, dass er an Neurofibromatose leide. Die Läsionen an seinen Beinen seien keine Pusteln, sondern Tumore.

M.A.R.M. gibt an, dass er an Neurofibromatose leide. Die Läsionen an seinen Beinen seien keine Pusteln, sondern Tumore.

Screenshot 20 Minutos
Die Affenpocken haben sich innerhalb weniger Monate weltweit verbreitet.

Die Affenpocken haben sich innerhalb weniger Monate weltweit verbreitet.

thatgaydoctor

Vor einigen Tagen hatte ein Foto aus der Madrider U-Bahn für große Aufregung gesorgt: Darauf zu sehen war ein Mann, der mit angeblichen Affenpocken im Zug reiste, obwohl er eigentlich in Isolation sein sollte. Nun meldet sich der vermeintlich erkrankte Mann zu Wort und dementiert die Angaben von Twitterer Arturo Henriques vehement: «Ich habe keine Affenpocken. Zudem bin ich in der Metro von keinem Arzt angesprochen worden.»

Henriques hatte in einem Tweet das Foto eines U-Bahn-Passagiers geteilt und behauptet, der Mann sei «von Kopf bis Fuß voller Pusteln, einschließlich seiner Hände». Die Krankheit sei auf dem Höhepunkt der Ansteckung, meinte Henriques. Er wisse das ganz genau, denn er sei Arzt, gab er an. Als er aber den Erkrankten auf die Gefahr einer Ansteckung angesprochen habe, habe dieser gleichgültig reagiert. «Meine Ärztin hat mir nicht gesagt, dass ich zu Hause bleiben müsse», soll der Passagier zu Henriques gesagt haben. Auch die anderen Passagiere haben seinen Angaben zufolge desinteressiert mit den Schultern gezuckt.

Tumore statt Pusteln

Das sei eine erfundene Geschichte, meint M.A.R.M. Der spanischen Zeitung 20 Minutos erklärt er, dass er an Neurofibromatose leide. Die Erbkrankheit sei schon bald nach seiner Geburt aufgetreten und verursache geschwulstartige Läsionen an seinen Gliedmaßen. Dabei handele es sich um Tumore, die an seinen Nerven wachsen würden und nicht ansteckend seien.

Viele Menschen würden ihn darauf ansprechen, behauptet M.A.R.M. Jedem erkläre er sein gesundheitliches Problem. «Aus diesem Grund kann ich mit Sicherheit sagen, dass ich nie mit diesem sogenannten Arzt gesprochen habe», verteidigt er sich.

Der angebliche Gesprächspartner hatte in mehreren Interviews mit spanischen Medien erzählt, dass er M.A.R.M. am Vormittag in der U-Bahn getroffen habe. «Das ist unmöglich, denn ich nehme den ersten Zug». Außerdem sei er eine sehr vorsichtige Person, die alle notwendigen Schutzmaßnahmen treffe und alle Impfungen erhalten habe.

Den angeblichen Arzt Arturo Henriques kann man nicht mehr mit den Aussagen von M.A.R.M. konfrontieren: Er hat am Dienstag seinen Twitter-Account geschlossen.

Deine Meinung

2 Kommentare