Experiment – Das steckt hinter den durchsichtigen Cola-Dosen

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ExperimentDas steckt hinter den durchsichtigen Cola-Dosen

Zurzeit machen verschiedene Videos die Runde, in denen Aludosen in eine Flüssigkeit getaucht werden – und glasklar wieder zum Vorschein kommen.

Haben Forscher einen Weg gefunden, Aluminium transparent zu machen? Verschiedene Bilder und Videos, die auf sozialen Medien viralgegangen sind, können diesen Eindruck erwecken (siehe Video oben). Doch es ist nicht das Aluminium, das durchsichtig wird. Vielmehr enthüllt das Experiment eine Eigenschaft von Aluminium-Getränkedosen, die nicht allen bekannt sein dürfte, wie Sciencealert.com schreibt.

Für das Experiment, das nicht zur Nachahmung empfohlen wird, wird von der Aludose zuerst mit Schmirgelpapier der farbige Aufdruck entfernt. Ist nur noch die silbern glänzende Dose übrig, wird sie geöffnet. Durch die hochgeklappte Lasche wird ein Holzspiesschen gesteckt, damit die Dose in ein Becherglas gehängt werden kann. Anschließend wird Natriumhydroxid- oder Kaliumhydroxid-haltiger Abflussreiniger ins Becherglas gegeben.

Achtung: Abflussreiniger gehören zu den gefährlichsten chemischen Haushaltsprodukten überhaupt. Deshalb darf das Experiment nur von Profis mit Schutzkleidung und an einem Ort mit ausreichender Belüftung durchgeführt werden. Sonst drohen schwere Verätzungen an Haut und Augen.

Zwei Stunden wirken lassen

Die Dose muss nun etwa zwei Stunden lang in den Abflussreiniger getaucht bleiben. Zieht man nun die Dose aus dem Becherglas, gibt sie den Blick auf den Inhalt frei.

Was ist passiert? Der aggressive Abflussreiniger hat das gesamte Aluminium aufgelöst. Alles was geblieben ist, ist die Innenbeschichtung der Dose aus Plastik. Denn um eine Reaktion des oft einigermassen sauren Getränks mit dem Aluminium zu verhindern, sind Getränkedosen im Normalfall mit einer dünnen Schicht Kunstharz ausgekleidet. Und diese Schicht ist alles, was von der Dose nach dem Bad im Abflussreiniger übrigbleibt.

Übrigens, das Getränk sollte nach dem Experiment nicht mehr getrunken werden. Die Wahrscheinlichkeit, dass giftige Chemikalien ihren Weg ins Innere der Dose gefunden haben, ist dafür einfach zu hoch.

Auch MEL Science hat sich der Thematik angenommen. (Video: Youtube/MEL Science)

(L'essentiel/jcg)

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