Gesundheit in Luxemburg – Das Südspidol braucht einen neuen Bauträger

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Gesundheit in LuxemburgDas Südspidol braucht einen neuen Bauträger

ESCH/ALZETTE – Der Vertrag mit dem Bauträger des neuen Krankenhauses im Süden des Landes ist gekündigt worden.

Das Südspidol soll die CHEM-Kliniken unter ein Dach bringen.

Das Südspidol soll die CHEM-Kliniken unter ein Dach bringen.

Das Projekt Südspidol hat einen schweren Rückschlag erlitten. Der Vertrag mit der Baufirma HTE wurde am Donnerstag vom Emile-Mayrich-Krankenhaus (CHEM) einseitig gekündigt, wie am Freitag bekannt gegeben wurde. Unter dem Dach der Firma HTE sind verschiedene Akteure aus der Branche vereint, allen voran das österreichische Unternehmen Albert Wimmer, die mit der Durchführung des Projekts betraut sind.

Die Arbeit der beteiligten Unternehmen sei jedoch nicht zufriedenstellend gewesen. «Es gab Lücken in der Planung, sie entsprach nicht den Erwartungen, vor allem nicht der Zeitplan», sagte Sam Sabarin, Generalkoordinator des Südspidol-Projekts. Auch die Kosten hätten ein Problem dargestellt, mit «Ungereimtheiten und mangelnder Transparenz». Zudem bemängelten die luxemburgischen Entscheidungsträger «die fehlende Überwachung des Projekts vor Ort, obwohl die Anwesenheit auf der Baustelle zu den Vertragsbedingungen gehörte».

Keine Strafzahlungen

Das Projekt wurde nicht aufgegeben, da ein neues Krankenhaus «für die Gemeinde Esch, den Süden des Landes und die Gesundheit des Landes nach wie vor notwendig ist», so der Escher Georges Mischo (CSV), der auch Vorsitzender des CHEM-Verwaltungsrat ist. Das Südspidol soll die verschiedenen Standorte des CHEM, die derzeit auf Esch/Alzette und Niederkorn verteilt sind, zusammenführen. Laut Sam Saberin wird es nun «zwischen zwölf und 18 Monaten dauern, einen neuen Partner zu finden». Georges Mischo hofft, das Südspidol «in den nächsten Jahren» eröffnen zu können. Eine genauen Termin will er aber nicht nennen,

Die Kündigung «sollte keine Strafe nach sich ziehen», so der Bürgermeister. Rechtsexperten seien bereits mit dem Fall beschäftigt. Für die geleistete Arbeit wurden bereits 312 Millionen Euro gezahlt, 14 Millionen Euro gingen an HTE. Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf 541 Millionen. Mischo sagt, dass der neue Partner «nicht bei Null anfangen wird», da er das bereits Erreichte nutzen kann. «Die Pläne und alle Unterlagen sind in unserem Besitz und das geistige Eigentum gehört uns», so der Bürgermeister.

(Joseph Gaulier/L'essentiel)

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