Arbeitslosigkeit – Das Unidiplom ist keine Garantie für eine Arbeit

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ArbeitslosigkeitDas Unidiplom ist keine Garantie für eine Arbeit

LUXEMBURG – Trotz einem Uni-Diplom ohne Job dazustehen, das ist auch in Luxemburg für immer mehr Menschen gelebte Realität.

Immer mehr Uni-Absolventen haben Probleme einen Job zu finden.

Immer mehr Uni-Absolventen haben Probleme einen Job zu finden.

Editpress/Ifinzi

Nach dem Abitur erst zur Uni und dann in einen gut bezahlten Job starten, das entspricht in der heutigen Zeit nicht mehr allzu oft der Realität der Absolventen. Im Gegenteil: Von Oktober 2009 auf Oktober 2016 ist der Anteil der Arbeitslosen mit Hochschulabschluss von 13 Prozent auf 20 Prozent rasant gestiegen, das zeigen die Zahlen der Adem.

Die Anzahl der Hochschulabsolventen in der erwerbstätigen Bevölkerung steigt (von 32 Prozent auf 45 Prozent), was mehr Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt bedeutet. Noch sei ihre Beschäftigungsquote ziemlich hoch und «sie sind auch nicht so lange bei uns eingeschrieben wie andere.», teilt die Adem mit. Aber schon jetzt suchen knapp 30 Prozent länger als ein Jahr nach einem Job.

Mangelnde oder falsche Qualifikationen

Besonders betroffen sind Absolventen aus den Wirtschaftswissenschaften, die jeder fünfte Luxemburger Student wählt. Die Absolventen dieser Fachrichtung stellen 28 Prozent aller Arbeitslosen mit Uni-Abschluss. Ihre Zahl hat sich seit 2008 von 302 auf 940 im Oktober 2016 mehr als verdreifacht. Zwar werden immer mehr Arbeitsstellen in Wirtschaftsbereich geschaffen, doch, so die Adem gegenüber L’essentiel, «auch wenn der Markt nicht übersättigt ist, scheint es der Fall zu sein, dass viele Wirtschaftsabsolventen nicht die richtige Spezialisierung für einen späteren Beruf haben».

Die Fedil sieht ebenfalls kein akutes Problem für Arbeitssuchende mit einem Wirtschaftsdiplom, doch auch hier wird bemängelt, dass viele Stellen aufgrund von mangelnden oder falschen Qualifikationen der Absolventen nicht besetzt werden können. Die Föderation der Luxemburger Industriellen setzt deswegen auf Initiativen wie die Kampagne «Hello Future». Damit soll für eine bessere Orientierung der Studenten gesorgt werden.

Uni gibt an allen Fronten Entwarnung

Allerdings warnt die Fedil vor einem hohen Potenzial an Arbeitslosigkeit in den Sozial und Bildungswissenschaften. «Die Nachfrage nach Arbeitskräften in dem Bereich wird weit unter dem liegen, was momentan an Absolventen unterwegs ist», heißt es auf Nachfrage.

Davon will man von Seiten der Universität jedoch nichts hören. Hier gibt man an allen Fronten Entwarnung: «Luxemburg liegt im Vergleich mit den anderen EU-Ländern sehr gut da. Wir erleben hier nicht die Situation wie in Frankreich oder Spanien.» Laut Eurostat waren im Jahr 2015 in diesen Ländern zwischen 30 und 50 Prozent aller Absolventen zwischen 20 und 34 Jahren arbeitslos.

(joe/l'essentiel)

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