Brand im Nachtzug 2002 – DB und SNCF weisen Vorwürfe zurück

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Brand im Nachtzug 2002DB und SNCF weisen Vorwürfe zurück

Zum Prozessende um einen Schlafwagenbrand mit Toten 2002 in Frankreich hat die Deutsche Bahn die Vorwürfe erneut zurückgewiesen. Auch die französische Bahngesellschaft SNCF sieht sich unschuldig.

Dem Schaffner Volker J. (links) wird vorgeworfen, nicht sofort die Fahrgäste alarmiert und die Notöffnung der Kabinen betätigt zu haben.

Dem Schaffner Volker J. (links) wird vorgeworfen, nicht sofort die Fahrgäste alarmiert und die Notöffnung der Kabinen betätigt zu haben.

AFP

«Im Prinzip ist die SNCF da wie wir der gleichen Ansicht», sagte der Anwalt der Deutschen Bahn, Walther Graf, der Nachrichtenagentur dpa vor Beginn seines Plädoyers. Der Schlafwagen der Deutschen Bahn habe den damaligen Sicherheitsstandards entsprochen.

Die Staatsanwaltschaft hat gefordert, SNCF und Deutsche Bahn wegen der vorgeworfenen Mängel zu jeweils 150 000 Euro Strafe zu verurteilen. Für einen deutschen Zugbegleiter hat sie eine zweijährige Bewährungsstrafe beantragt. Der Prozess sollte am Freitagabend zu Ende gehen, das Urteil wird später verkündet.

Experten: Keine Chance für Opfer auch bei Betätigung der Notöffnung

Der Brand im Nachtzug Paris-München war am 6. November 2002 ausgebrochen, weil Zugbegleiter Volker J. eine Tasche auf einer eingeschalteten Herdplatte abgestellt hatte. Seine Dienstkleidung, die an einem nicht dafür vorgesehenen Platz hing, fing sofort Feuer. Wegen der Klimaanlage breiteten sich Rauch und Flammen sekundenschnell aus. Zwölf Tote und acht Verletzte hatte der Unfall gefordert.

Der Schlafwagen war verriegelt gewesen - was die Rettung erschwerte, aber damals in deutschen Zügen üblich war. Dem Schaffner wird vorgeworfen, nicht sofort die Fahrgäste alarmiert und die Notöffnung der Kabinen betätigt zu haben. Mehrere Experten hatten aber ausgesagt, die Opfer hätten auch bei Betätigung der Notöffnung keine Chance gehabt. Die Anklagebehörde sieht das anders.

(L'essentiel online mit dpa)

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