Genervter Kicker – «Deine Fragen gehen uns allen auf den Sack»

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Genervter Kicker«Deine Fragen gehen uns allen auf den Sack»

Fußballer geben nach Spielen nicht immer gern Auskunft. So auch Rostocks Matthias Holst: Der Verteidiger staucht den Reporter zusammen – wenn auch nicht ganz ernst gemeint.

Nach dem 4:2-Heimsieg gegen den MSV Duisburg schreiten die Kicker von Hansa Rostock zielstrebig durch die Mixed-Zone. Die Spieler scheinen Arvid Langschwager, der Mann hinter dem Mikrofon vom Hansa-Fan-TV, gezielt aus dem Weg zu gehen. Bis auf einen: Rostocks Innenverteidiger Matthias Holst bleibt stehen und stellt sich den bohrenden Fragen.

«Nach einem 4:2 kann man doch euphorisch gucken. Bist du nicht zufrieden?», fragte Langschwager vorsichtig, denn Holst sah grimmig aus. «Nein, überhaupt nicht», antwortet der Abwehrspieler. Der Mann mit dem Mikrofon versteht die Welt nicht, bohrt daher umgehend nach: «Jetzt muss ich nur gucken, ob du mich verballerst oder ob du wirklich nicht zufrieden bist.»

Interviewer will seinen Job an den Nagel hängen

Zu diesem Zeitpunkt lacht Langschwager noch, dies sollte sich aber rasch ändern. «Ich finde das Scheiße. Deine Fragestellungen gehen uns allen auf den Sack. Das kann nicht sein, dass du immer nach dem Spiel hier stehst und uns irgendwelche Scheiß-Fragen stellst», wütet Holst und zieht von dannen.

Langschwager hadert nach Holsts Abgang mit sich selbst. «Entweder hat er mich jetzt wirklich gekriegt… aber er war so ernst dabei.» Verdutzt bleibt er länger als eine Minute stehen. «Wenns wirklich ernst gemeint ist, dann wars das für mich. Ich will ja keinem auf den Sack gehen.»

Holst immer außergewöhnlich

Plötzlich kommt Holst zurück und erlöst den sichtlich leidenden Interviewer: «Spaß beiseite!», sagt dieser mit einem breiten Grinsen im Gesicht. Der Mann mit dem Mikro kann es nicht glauben: «Du A…!» Auch wenn Hansa Rostock derzeit den letzten Tabellenplatz der zweiten Bundesliga innehat, scheint den Norddeutschen der Humor nicht abhanden gekommen zu sein.

Der 29-jährige Holst spielt seit 2010 für Hansa. In seiner ersten Saison kam er wegen eines Knorpelschadens nicht einmal zum Einsatz. Seit vergangenem Herbst gehört der Innenverteidiger zur Stammelf. Während der sechzehnmonatigen Verletzungspause ließ sich der Norddeutsche einen Bart wachsen. «Immer wenn ich verletzt oder gesperrt bin, lasse ich mir einen Bart wachsen. Dass es aber so lange bis zum nächsten Einsatz dauern wird, war nicht abzusehen», sagte Holst dazumal.

(L'essentiel Online/als)

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