LuxLeaks-Prozess – Deltour ist erleichtert und zuversichtlich

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LuxLeaks-ProzessDeltour ist erleichtert und zuversichtlich

LUXEMBURG - Nach der Sitzung am Mittwoch zeigte sich der Angeklagte im LuxLeaks-Prozess relativ entspannt.

«Mein Ansatz war ein anderer, als ich die Dokumente kopierte. Formal kann ich verstehen, dass der Staatsanwalt der Ansicht ist, ich hätte ein Gesetz verletzt. Aber ich wollte nur Licht in die fragwürdigen Praktiken bringen. Mein ehemaliger Arbeitgeber kennt meine Einstellung. Verurteilen Sie mich wie einen Hinweisgeber und nicht wie einen Straftäter.» Das sagte der Angeklagte Antoine Deltour am Mittwoch nach seiner Anhörung vor dem Bezirksgericht Luxemburg. Er zeige sich sehr erfreut darüber, dass dieser Prozess nun abgeschlossen sei.

Auch PwC-Mitarbeiter Raphaël Halet verbreitet Optimismus: «Wenn man die ganze Geschichte betrachtet, müssten wir freigesprochen werden. Ich fühle mich gut, denn ich weiß, dass das europäische Recht auf unserer Seite ist.»

PwC-Anwalt in der Offensive

Der mitangeklagte Fernsehjournalist Edouard Perrin von France 2 hofft, dass «der Richter gut abwägt, weil wir viele ungenaue Dinge gehört haben.» Er stellte einige «Merkwürdigkeiten» fest. Zum Beispiel, dass «einige Teile aus den Dateien verschwunden sind.»

Der letzte Tag des Prozesses im Großherzogtum begann mit einem Angriff. PwC-Anwalt Herve Hansen ging sofort auf die Angeklagten los. Besonders der Whistleblower-Status war ihm ein Dorn im Auge. «Raphael Halet ist kein Whistleblower, er ist vor allem ein Opportunist», sagt er. Und auch Deltour stand unter Beschuss: «Auf der einen Seite will er der Botschafter für Transparenz sein, auf der anderen Seite leugnet er die Fakten.»

«Interesse der Allgemeinheit»

Nach der Beschuldigung hätten Staatsanwaltschaft und PwC sich zusammengetan, sagt Halet-Verteidiger Bernard Colin. Sein Mandant habe seine Informationen an den Journalisten Edouard Perrin mit der klaren Absicht verschickt, um das Interesse der Allgemeinheit zu verteidigen. Damit fegte er die Behauptung von Hansen vom Tisch, der Status des Whistleblowers sei nur ein Vorwand gewesen.

May Nalepa, ebenfalls Rechtsanwalt von Halet, ist überzeugt von den vorgebrachten Argumenten. «Eine Gefängnisstrafe wäre indiskutabel», sagte auch Philippe Penning, der Anwalt von Antoine Deltour.

Das Urteil wird am 29. Juni bekannt gegeben.

(Joseph Gaulier/L'essentiel)

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