LuxLeaks-Prozess – Deltour und Halet erhalten Bewährungsstrafen

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LuxLeaks-ProzessDeltour und Halet erhalten Bewährungsstrafen

LUXEMBURG - Der Luxemburger Bezirksrichter Marc Thill hat am Mittwoch zwei Angeklagte im LuxLeaks-Prozess zu neun und zwölf Monaten auf Bewährung verurteilt.

Das Bezirksgericht in Luxemburg hat am Mittwoch nach 15 Uhr über das Strafmaß zur Enthüllung fragwürdiger Steuerdeals internationaler Konzerne mit den Finanzbehörden des Großherzogtums entschieden. Richter Marc Thill verurteilte Whistleblower Antoine Deltour zu zwölf Monaten auf Bewährung und 1500 Euro Strafe, seinen PwC-Kollegen Raphael Halet zu neun Monaten auf Bewährung und 1000 Euro Strafe. Der französische Journalist Edward Perrin wurde freigesprochen.

Deltours und Halets Anwälte, Philippe Penning und Bernard Colin, kündigten unmittelbar nach dem Urteil an, in Berufung gehen zu wollen.

Diebstahl und Verrat

Die beiden früheren Mitarbeiter der Wirtschaftsprüfer-Gesellschaft waren wegen Diebstahls und Verrats von Geschäftsgeheimnissen angeklagt. Der Staatsanwalt hat 18 Monate Haft auf Bewährung gefordert. Die Angeklagten argumentierten, sie hätten die sehr günstigen Steuervereinbarungen für unmoralisch und illegal gehalten. Nach mehr als einem Monat seit Prozessbeginn fiel nun das Urteil.

Mit der Veröffentlichung der sogenannten LuxLeaks war 2012 und 2014 bekanntgeworden, dass Luxemburg jahrelang mit Konzernen Steuersätze von teilweise weniger als einem Prozent des Gewinns vereinbart hatte und dass auch andere EU-Staaten an einer Art Steuerwettbewerb um große Unternehmen teilnahmen. Die «LuxLeaks» waren von einem französischen Journalisten veröffentlicht worden, der ebenfalls angeklagt ist und gegen den der Staatsanwalt eine Geldstrafe gefordert hat.

(Joseph Gaulier/L'essentiel/dpa)

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