Welpenhändler – Dem Tierquäler droht jetzt das Gefängnis

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WelpenhändlerDem Tierquäler droht jetzt das Gefängnis

LUXEMBURG - Gefängnis statt Geldstrafe - weil der angeklagte Welpenhändler nicht erschien, erhöhte der Richter das Strafmaß.

Chihuahuas, kleine französische Doggen und Möpse – Hundewelpen, gerade einmal fünf bis sechs Wochen alt. Diese hat ein Mann unter erbärmlichen Bedingungen systematisch aus Osteuropa nach Luxemburg geschleust, um sie hier an «Hundefreunde» zu verscherbeln, die ein «Schnäppchen» machen wollten. Viele der Tiere verendeten auf grausame Weise entweder schon während des Transports oder wenige Tage später, weil sie von den Strapazen der Reise geschwächt waren.

Jetzt ist der Welpenhändler angeklagt. Doch vor Gericht verantworten will er sch offenbar nicht – denn auch zum zweiten Verhandlungstag am Dienstag in Luxemburg erschien er nicht. Der Richter wollte seine Respektlosigkeit nicht weiter dulden – und erhöhte das Strafmaß: Anstatt einer Geldstrafe droht dem Tierquäler nun eine neunmonatige Freiheitsstrafe. «Der Richter hat mit der Straferhöhung deutlich gemacht, dass er diesen Fall nicht lapidar behandelt», sagt Birgitt Thiesmann von der Tierschutzorganisation Vier Pfoten. Eine Journalistin, die sich als potentielle Kundin ausgabt, hatte den Tierhändler 2012 gemeinsam mit den Tierschützern überführt: Bei einer Kontrolle wurde er mit zwölf vernachlässigten Welpen im Auto vor seinem Haus erwischt. Sie waren in einem erbärmlichen Zustand.

Tierquälerei kein Anklagepunkt

Angeklagt ist der Mann aber nicht wegen der Tierquälerei – sondern, weil er den Welpenhandel ohne gültige Lizenz betrieb. Schon 2008 war ihm eine Handelsermächtigung entzogen worden – doch er machte einfach weiter. «Er durfte nicht mehr handeln, weil die Welpen viel zu jung waren, die er ins Land gebracht hatte», erklärt Sarah Ross von Vier Pfoten im Gespräch mit L’essentiel.

Ross bedauert: «Man darf mit Welpen handeln – das ist leider erlaubt.» Die Tiere, die die Welpenhändler über die Grenzen schmuggeln würden, seien jedoch viel zu jung. «Sie werden von den Müttern weggenommen, wenn sie gerade einmal fünf Wochen alt sind», sagt Ross. Eigentlich müssten Hunde mindestens acht Wochen bei der Mutter bleiben. Und erst nach zwölf Wochen könnten sie gegen Tollwut geimpft werden. Diese Impfungen benötigen die Tiere eigentlich ebenso wie einen EU-Pass, wenn sie über die Grenzen gebracht würden. Aber, so Ross: «Je jünger die Hunde sind, desto weniger müssen sich die Händler um die Tiere kümmern und desto süßer sind sie für die Verbraucher.»

(sen/L'essentiel)

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