Kampagne in Luxemburg – «Depressionen sind mehr als ein Stimmungstief»

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Kampagne in Luxemburg«Depressionen sind mehr als ein Stimmungstief»

LUXEMBURG – Am Dienstag wurde eine Kampagne zur Bekämpfung der Tabus um das Thema Depression ins Leben gerufen. Fünf Prozent der Luxemburger sind von der Krankheit betroffen.

Lydia Mutsch (2. von rechts) erklärt, dass eine Depression oft mit persönlicher Schwäche in Verbindung gebracht wird.

Lydia Mutsch (2. von rechts) erklärt, dass eine Depression oft mit persönlicher Schwäche in Verbindung gebracht wird.

L'essentiel

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind weltweit mehr als 300 Millionen Menschen von Depressionen betroffen. In Luxemburg liegt der Anteil der Bevölkerung bei fünf Prozent. Von 100 Menschen, die darunter leiden, suchen nur 35 Hilfe. Davon warten viele bis zu einem Jahr, bevor sie etwas unternehmen», warnt Gesundheitsministerin Lydia Mutsch, die am Dienstagmorgen die nationale Kampagne «Depression: Let's Talk About it» ins Leben rief.

«Eine Depression ist mehr als ein Stimmungstief. Es ist eine schwere Krankheit», sagt Mutsch und erklärt, dass sie bis zum Jahr 2020 weltweit zur zweithäufigsten Ursache für Berufsunfähigkeit werden könnte. «70 Prozent der Selbstmorde sind mit Depressionen verbunden», betont die Ministerin, die sich in diesem Zusammenhang besonders besorgt über die Altersgruppe der 15- bis 35-Jährigen zeigt.

«Keine persönliche Schwäche»

Die Regierung, die mit verschiedenen Akteuren aus diesem Bereich im Rahmen ihrer Kampagne zusammenarbeitet, will «die Tabus rund um das Thema Depression brechen». Betroffene sollten sich schnellstmöglich über Symptome und Therapiemöglichkeiten informieren und über ihre Krankheit sprechen. In Luxemburg stünden alle notwendigen Mittel für Medikamente und Psychotherapie Verfügung.

Eine Phase der Depression, die durch ein trauriges Ereignis oder einen ängstliche Zustand verursacht wird, könne mehrere Monate dauern und sich im Laufe der Zeit wiederholen. «das wird allzu oft eher mit persönlicher Schwäche als mit einer wirklichen Krankheit in Verbindung gebracht», bedauert Lydia Mutsch. Die erinnert daran, dass jeder an einer Depression erkranken könne.

• Die nationale Kampagne gegen Depressionen wird bis Ende 2018 dauern. Zu diesem Anlass wurde eine Website in französischer und deutscher Sprache erstellt.

(Nicolas Chauty/L'essentiel)

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