Mafia-Pate Toto Riina – Der «Boss der Bosse» ist tot

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Mafia-Pate Toto RiinaDer «Boss der Bosse» ist tot

Er soll für mehr als 150 Auftragsmorde verantwortlich gewesen sein. Jetzt ist die «Raubkatze» tot.

Er soll für mehrere Anschläge verantwortlich gewesen sein: Toto Riina vor einer Gerichtsverhandlung im Januar 1996.

Er soll für mehrere Anschläge verantwortlich gewesen sein: Toto Riina vor einer Gerichtsverhandlung im Januar 1996.

Der Mafioso Toto Riina, einst einer der gefürchtetsten Bosse der sizilianischen Mafia, ist laut Medienberichten tot. Der 87-Jährige starb in der Nacht zum Freitag im Häftlingstrakt eines Krankenhauses in Parma, wie italienische Zeitungen und die Nachrichtenagentur Ansa berichteten. Riina wurde für mehr als 150 Auftragsmorde verantwortlich gemacht und 26 Mal zu lebenslanger Haft verurteilt.

Gesundheitsminister Andrea Orlando hatte Riinas Frau und drei seiner vier Kinder am Donnerstag erlaubt, den Paten, der an diesem Tag 87 Jahre alt wurde, im Krankenhaus zu besuchen, um Abschied zu nehmen. Dem seit 1993 inhaftierten Mafioso war es normalerweise untersagt, Besuch zu empfangen.

Sein ältester Sohn Giovanni sitzt wegen vierfachen Mordes im Gefängnis. Sein anderer Sohn Salvatore schrieb auf Facebook: «Du bist für mich nicht Toto Riina, Du bist einfach mein Vater. Und ich gratuliere Dir zum Geburtstag an diesem traurigen, aber wichtigen Tag, ich liebe Dich.»

Verantwortlich für zahlreiche Anschläge?

Der «La Belva» (Raubkatze) genannte Riina war fast 20 Jahre lang einer der brutalsten und gefürchtetsten Paten der sizilianischen Mafia. Unter anderem wurde Riina für schuldig befunden, in den Jahren 1992 und 1993 die Mordanschläge auf die Anti-Mafia Richter Giovanni Falcone und Paolo Borsellino in Auftrag gegeben zu haben.

Außerdem war er nach Überzeugung der italienischen Justiz einer der Drahtzier von Anschlägen in Rom, Mailand und Florenz, bei denen 1993 zehn Menschen getötet wurden.

Im Juli hatte ein Gericht einen Antrag Riinas abgelehnt, ihn aus Gesundheitsgründen freizulassen. Die Ärzte schätzten seinen Geisteszustand als «wach» ein. Vor diesem Antrag war er abgehört worden; dabei hatte er gesagt, dass er nichts bereue. «Sie werden mich niemals brechen, selbst wenn sie mir 3000 Jahre geben», sagte er.

(L'essentiel/roy/afp)

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