Fast 900.000 Euro: Der Brabus Crawler heizt mit 900 PS durch die Wüste

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Fast 900.000 EuroDer Brabus Crawler heizt mit 900 PS durch die Wüste

Eigentlich gehört er in die Wüste, denn man braucht viel Platz, Geld und am besten eine eigene Ölquelle, wenn man den monströsen Hyper-Buggy richtig genießen will.

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Dank aufwendigem Offroad-Fahrwerk mit Portalachsen springt der Crawler willig durch die Wüste.

Dank aufwendigem Offroad-Fahrwerk mit Portalachsen springt der Crawler willig durch die Wüste.

Brabus
Keine Scheiben, Türen oder feste Karosserie, dafür ein Karbon-Chassis und 900 PS Leistung – logisch, dass es dafür keine Straßenzulassung gibt.

Keine Scheiben, Türen oder feste Karosserie, dafür ein Karbon-Chassis und 900 PS Leistung – logisch, dass es dafür keine Straßenzulassung gibt.

Brabus
Das minimalistische Interieur ist so vornehm wie irgend möglich gehalten. Statt Noblesse gibts nützliche Features.

Das minimalistische Interieur ist so vornehm wie irgend möglich gehalten. Statt Noblesse gibts nützliche Features.

Brabus

Brabus ist bekannt für kraftstrotzende Mercedes-Umbauten, doch ein vollkommen eigenständiges Modell fehlte dem größten unabhängigen Tuner der Welt bisher im Portfolio. Nun haben sie sich in Bottrop für einmal fast vollends von Mercedes emanzipiert und auf einem ziemlich weißen Blatt angefangen. Und weil ihnen dabei schnell klar wurde, dass die Abteilung NVH (Noise, Vibration, Harshness) für sie das größte Problem sein könnte, haben sie sich für ein Konzept entschieden, bei dem Geräusch, Vibration und Härte keine Rolle spielen, erzählt Entwicklungschef Jörn Gander und lenkt den Blick mit einem spitzbübischen Grinsen auf den Crawler – einen überdimensionalen Wüsten-Buggy ohne Scheiben, Türen und fester Karosserie, dafür aber mit einem eigenen Karbon-Chassis und mit 900 PS. Dass auch ein bisschen G-Klasse mitschwingt, muss man verstehen, sagt Gander. Schließlich ist der kantige Offroader für Brabus der absolute Bestseller.

Kaum hat sich der Fahrer durch den Karbon-Käfig ins Auto geschwungen und sich mit den Hosenträgergurten in den Sitz gezerrt, kann der aktuell stärkste Motor im Brabus-Portfolio – der auf 4,5 Liter aufgebohrte AMG-Achtzylinder – gestartet werden. In der normalen G-Klasse bis zu 585 PS stark, kommt er bei Brabus auf 900 PS und vor allem auf 1250 Nm Drehmoment und hat deshalb mit dem Koloss buchstäblich leichtes Spiel, auch weil der Crawler 500 Kilogramm leichter ist als eine G-Klasse. Entsprechend gierig hängt das Sandkastenspielzeug am Gas und stürmt davon, als gäbe es kein Morgen mehr. 3,4 Sekunden reichen dem Riesen, um Tempo 100 zu erreichen. Dass mit Rücksicht auf die Reifen und das Fahrwerk 60 km/h später schon wieder Schluss ist, trübt die Freude nicht im Geringsten, denn noch nie haben sich 160 km/h so schnell angefühlt wie in diesem Freisitz aus Karbon.

Schutzbrille und Wechselsprechanlage

Der Auftritt ist so auffällig wie immer bei Brabus, der Motor ein Kraftpaket sondergleichen und das Fahrwerk auf Asphalt wie auf Schotter überraschend harmonisch und ausgewogen – bis dahin steht der Crawler einer Bottroper G-Klasse in nichts nach. Beim Interieur kann der Buggy natürlich nicht mithalten: Statt Noblesse gibts ein paar neue Nützlichkeiten, vom riesigen Tablet für die Offroad-Navigation über die Lüfterdüsen im Dach bis hin zur Wechselsprechanlage mit Kopfhörern wie im Kampfhubschrauber und eigens gestalteten Schutzbrillen gegen den ganzen Dreck.

Beim Preis spielt der Brabus Crawler hingegen klar in der Luxusklasse: Schon ohne Steuer werden für die maximal 15 binnen drei Jahren geplanten Crawler je 900.000 Euro fällig. Doch hat Brabus dafür ja auch ganz besonders große Kinder im Sinn, die entsprechend pralle Portemonnaies haben. Und dass es dafür nicht einmal eine Straßenzulassung gibt, wird die Scheiche am allerwenigsten stören.

(L'essentiel/Benjamin Bessinger)

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