Diebstahl – Der «Don Juan von Luxemburg» ist ein Betrüger
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DiebstahlDer «Don Juan von Luxemburg» ist ein Betrüger

LUXEMBURG – Ein 31-jähriger Mann ist in Luxemburg verurteilt worden, weil er das Vertrauen junger Frauen im Internet gewonnen und missbraucht hatte.

Fabien A. ist wegen Betrug und Diebstahl verurteilt worden.

Fabien A. ist wegen Betrug und Diebstahl verurteilt worden.

Unter dem Radar operieren, um möglichst viel Beute zu machen. So könnte man die bösartige Vorgehensweise eines 31-jährigen Luxemburgers zusammenfassen, der offenbar ebenso verführerisch wie verlogen war. Der Mann wurde am vergangenen Donnerstag vom Gericht in Luxemburg zu 15 Monaten Haft auf Bewährung und 1500 Euro Geldstrafe verurteilt, weil er vier Frauen bestohlen und betrogen hatte, wie L'essentiel erfahren hat.

Die Vorgehensweise des Mannes war ebenso simpel wie bewährt: Junge Frauen über Dating-Apps anschreiben, ihr Vertrauen gewinnen, verführen und dann die zärtlichen Momente nutzen, um ihre Bankkarten zu fotografieren, um sie anschließend zu bestehlen. Hotelzimmer im Großherzogtum oder im Ausland, Flugreisen – der «Casanova» von Luxemburg betrog seine Opfer allein im Jahr 2017 um mehr als 4800 Euro. Und agierte dabei nicht zum ersten Mal.

Denn Fabien A. war bereits im September des vergangenen Jahres vom Straßburger Gericht wegen ähnlicher Fälle zu zwei Jahren Haft, davon eines auf Bewährung sowie einer Geldstrafe von 5000 Euro verurteilt worden. Ihm wurden 36 Fälle von Betrug, zwei versuchte Diebstähle und 17 Diebstähle jenseits der Grenze zwischen 2016 und 2019 vorgeworfen.

«Jede Ausrede ist gut genug, um nicht selbst zu bezahlen»

Vor Gericht habe sich der Mann reumütig gegeben. Seine Masche bleibt aber die gleiche. Laut Zeugenaussagen, die von L'essentiel gesammelt wurden, operiert er jedoch weiterhin – nur eben etwas vorsichtiger, um zu vermeiden, dass er sich außerhalb des gesetzlichen Rahmens bewegt. «Jetzt schafft er es, dass das Mädchen für ihn bezahlt. Ein vergessenes Portemonnaie, ein Liquiditätsproblem – jede Ausrede ist gut genug, um nicht selbst zu bezahlen», berichtet eines seiner Opfer.

Warum so viele junge Frauen auf ihn hereinfallen? «Er ist ein hübscher Junge und kann verdammt gut reden», erklärt unser Zeuge. Seine Masche: Mädchen an schöne, romantische Orte im Großherzogtum zu begleiten. Und der Charme wirkt offenbar. Moselle, Vogesen, Elsass – der junge Mann hat die Großregion auf der Suche nach neuen Profilen durchforstet. Denn nach dem Urteil in der regionalen Presse, habe er verbrannte Erde hinterlassen und konzentriere sich deshalb verstärkt auf Luxemburg.

«Jedes Mal ist er mit einem anderen Mädchen zusammen»

«Jedes Mal, wenn ich ihm begegne, ist er mit einem anderen Mädchen zusammen, sei es in der Cloche d'Or, in der Hauptstadt oder im Sommer auf der Schueberfouer», erklärte eine junge Frau. «Er ist mir eine Zeit lang hinterhergelaufen und hat mir Reisen angeboten, aber für mich kam das nicht in Frage», fährt sie fort.

Seit einigen Tagen tauschen sich Mädchen, die an den Traumprinzen glaubten, und andere, die vorsichtig blieben, offenbar in den sozialen Netzwerken aus. Auf Instagram kursierte sogar eine Warnung, in der alle seine Handlungen detailliert beschrieben und nützliche Informationen gegeben wurden. Das Profil auf dem sozialen Netzwerk hat über 47.000 Abonnenten.

(Thomas Holzer/L'essentiel)

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