eSport – Der FC Differdingen kickt jetzt auch virtuell
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eSportDer FC Differdingen kickt jetzt auch virtuell

DIFFERDINGEN – Diesen Schritt hat noch kein Luxemburger Fußballverein zuvor gemacht: Der FCD hat einen «Fifa»-Zocker offiziell unter seine Fittiche genommen.

Der Differdinger Vereinsboss Fabrizio Bei (links) und «Ciscinho» (rechts) ziehen künftig an einem Strang.

Der Differdinger Vereinsboss Fabrizio Bei (links) und «Ciscinho» (rechts) ziehen künftig an einem Strang.

Editpress/Jgarroy

Immer mehr Fußballvereine entdecken den eSport und den dazugehörigen, immer größer werdenden Markt. In Paris und auf Schalke, in Manchester oder Wolfsburg kaufen die Clubs Spieler, um im virtuellen Bereich erfolgreich zu sein. Der FC Differdingen geht nun den gleichen Schritt und leistet dadurch in Luxemburg Pionierarbeit. Für den Vizemeister auf dem realen Rasen, geht ab sofort Francisco «Ciscinho» Muñoz auf der Konsole auf Torejagd. Das gab der FCD am Donnerstag auf einer Pressekonferenz bekannt.

Munoz' Talent besteht darin die Fußballsimulation «Fifa» besser zu beherrschen, als die meisten anderen. Darin ist er dreifacher luxemburgischer Meister (2013, 2014, 2015), belgischer Meister (2016) und hat in der vergangenen Saison bei der WM die Farben Luxemburgs vertreten. Der FCD unterstützt «Ciscinho» künftig bei Turnieren, übernimmt die Reisekosten und stellt ihm die Unterkunft und Verpflegung. «Für mich geht damit ein Traum in Erfüllung. Ich hätte nie gedacht, dass ich irgendwann für einen Verein spiele», sagt der Zocker, der mit Shaun «xShellzz» Springette aus England bereits einen der weltbesten Spieler in einem Privatduell besiegte.

«Machen uns international bekannter»

Zwar gibt es beim FC Differdingen nun auch ein Budget für den eSport, allerdings wollte der Vereinspräsident, Fabrizio Bei, nicht zu sehr ins Detail gehen und nannte keine konkrete Zahlen. Schätzungsweise kostet «Ciscinhos» Teilnahme an einem Turnier aber durchschnittlich etwa 400 Euro. Ein Gehalt zahlt der Verein dem Spieler nicht. «Ich war von der Idee sofort begeistert, obwohl ich keinen direkten Bezug zum eSport hatte. Es ist eine wachsende Branche und unser Verein kann nur davon profitieren. Wir machen uns dadurch national und international bekannter, auch bei Medien und Sponsoren. Mal sehen, vielleicht haben wir bald eine ganze Fifa-Mannschaft», erklärte er im Gespräch mit L'essentiel.

Um mit den Weltbesten künftig auf einem Level spielen zu können, braucht Munoz vor allem noch Erfahrung bei großen Veranstaltungen. «Das Mentale ist das Wichtigste. Ich bin oft noch zu nervös und kann deshalb nicht immer meine beste Leistung abrufen. Aber ich glaube, dass ich auf einem guten Weg bin», sagt der Student, der jeden Tag zwei bis drei Stunden vor der Konsole verbringt. «Wenn eine neue Version des Spiels herausgekommen ist, oder vor großen Turnieren, trainiere ich natürlich noch mehr.»

(Sebastian Weisbrodt/L'essentiel)

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