Geiselnahme in Tunis – Der IS bekennt sich zum Terroranschlag

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Geiselnahme in TunisDer IS bekennt sich zum Terroranschlag

Einen Tag nach dem Terroranschlag in Tunis hat die Polizei neun Männer verhaftet. Beim Attentat wurden 25 Menschen getötet. Nun hat sich der IS zur Bluttat bekannt.

A woman walks past  police officers standing guard outside the National Bardo Museum in Tunis, Thursday, March 19, 2015. Tunisian security forces arrested nine people linked to the deadly attack on the National Bardo Museum that left scores dead and wounded and threatened the country's fledgling democracy and struggling tourism industry, the president's office said Thursday. (AP Photo/Christophe Ena)

A woman walks past police officers standing guard outside the National Bardo Museum in Tunis, Thursday, March 19, 2015. Tunisian security forces arrested nine people linked to the deadly attack on the National Bardo Museum that left scores dead and wounded and threatened the country's fledgling democracy and struggling tourism industry, the president's office said Thursday. (AP Photo/Christophe Ena)

Keystone/Christophe ena

Die Terrormiliz Islamischer Staat hat sich im Internet zum Terroranschlag von Tunis bekannt. Dies berichtet die Webseite SITE, die sich auf die Beobachtung von Extremisten spezialisiert hat. In einer IS-Erklärung war die Rede von einer «geheiligten Invasion in einen Unterschlupf der Ungläubigen und des Lasters im muslimischen Tunesien». Sie erschien auf einem Forum, wo die Gruppe häufig Mitteilungen veröffentlicht.

Die Polizei hat in Tunis hat neun Verdächtige festgenommen. Vier von ihnen stünden laut der Regierung «in direkter Verbindung» mit dem Attentat, fünf weitere würden verdächtigt, mit der verantwortlichen «Zelle» in Verbindung zu sein, erklärte die Präsidentschaft.

Mittlerweile hat sich die Zahl der Toten nach Angaben des tunesischen Gesundheitsministeriums weiter erhöht. Insgesamt 25 Menschen seien bei dem Angriff getötet worden, darunter 20 Urlauber, teilte das Ministerium am Donnerstag mit. Bei zwei Toten handele es sich um von Spezialeinheiten getötete Extremisten. Die Zahl der Verletzten stieg laut Gesundheitsministerium auf 47 an.

Ganze Nacht im Museum

Aufatmen konnten Angehörige eines spanischen Paares. Gemeinsam mit einem Tunesier harrte das Paar nach dem Angriff die gesamte Nacht im Museum aus. Sie seien erst am Donnerstag aus ihrem Versteck gekommen, berichtete der tunesische Radiosender Mosaique. Die Spanierin sei im vierten Monat schwanger.

Das Attentat war der schwerste Terroranschlag in Tunesien seit Beginn des arabischen Aufstands vor mehr als vier Jahren. Das Land ist der einzige arabische Staat, der seitdem den Übergang in die Demokratie geschafft hat. Gleichzeitig kämpft Tunesien mit Extremisten. Im Land kommt es immer wieder zu Gewalt zwischen radikalen Gruppen und Sicherheitskräften, vor allem in den Grenzgebieten.

Laut tunesischen Behörden handelte es sich bei den beiden getöteten Angreifern um die Tunesier Yassine Laabidi und Hatem Khachnaoui. Laabidi sei den Sicherheitsbehörden bekannt gewesen, sagte Premierminister Habib Essid am Donnerstag dem französischen Radiosender RTL ohne nähere Angaben zu machen. Bislang hat sich keine Terrorgruppe zu dem Anschlag bekannt.

(L'essentiel/dpa/sda)

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